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In 2006, the city of Dresden carried the title "City of Science", and founded the network Dresden - City of Science, which has been active ever since. One popular event supported by the network partners in Dresden is the Dresden Long Night of Sciences.


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HZDR is a member of the "Charter of Diversity", an initiative encouraging diversity in business companies and public institutions. It is supported by the German federal government, the chancellor of Germany being its patron.

Pressemitteilung vom 20. März 2019

Krebsforschung für den Unterricht

Diesen Freitag, 22. März, hat das Schülerlabor DeltaX des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) Lehrkräfte statt Schulklassen zu Gast. Auf dem „Stundenplan“ der Lehrerfortbildung stehen aktuelle Erkenntnisse und Fortschritte in der Krebsmedizin. Bei Führungen lernen die Teilnehmer zudem ausgewählte Labore und Forschungsanlagen des Zentrums kennen. Rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus Dresden und Ostsachsen sowie Südbrandenburg haben sich angemeldet. Sie unterrichten Physik, Chemie, Biologie und Mathematik in Gymnasien, Oberschulen und Berufsschulzentren.

Alpha-Strahler im Käfig ©Copyright: Katrin Klunker

Was hat moderne Krebsforschung mit Chemie, Physik oder Mathe zu tun, und wie kommt die Wissenschaft zum Patienten? Darum geht es bei der Lehrerfortbildung am HZDR-Schülerlabor DeltaX.

Grafik: HZDR/Katrin Klunker/istockphoto.com/

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Das facettenreiche Feld der Krebsforschung gehört zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten des HZDR. Zu diesem Thema will das Team des Schülerlabors DeltaX interessierten Lehrkräften Inspiration und „taufrisches“ Wissen für einen zeitgemäßen, praxisnahen Unterricht in den Naturnaturwissenschaften an die Hand geben. Im Mittelpunkt der Lehrerfortbildung steht die Nuklearmedizin – die Anwendung radioaktiver Substanzen für die Diagnostik und Therapie in der Krebsbehandlung. Bei der Veranstaltung am 22. März erfahren die Teilnehmer außerdem, wie neue Erkenntnisse zu den Patienten kommen. Dafür kooperiert das größte Forschungszentrum Sachsens eng mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Mit radioaktiven Medikamenten nach Krebszellen fahnden

Radiotracer-Forschung: Prof. Jens Pietzsch in der Kleintier-Bildgebung am ZRT ©Copyright: HZDR / Rainer Weisflog

Prof. Jens Pietzsch befasst sich am Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung des HZDR mit der Entwicklung neuartiger radioaktiver Wirkstoffe für die kombinierte Diagnostik und Therapie von Krebs. Foto: HZDR / Rainer Weisflog

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Ein noch junges Feld der Krebsforschung lernen die Lehrerinnenund Lehrer im Vortrag des HZDR-Wissenschaftlers Prof. Jens Pietzsch kennen. Der Abteilungsleiter Radiopharmazeutische und Chemische Biologie stellt die zielgerichtete Radionuklid-Theragnostik vor. „In den letzten Jahren hat sich in der Radiopharmazie sehr viel getan“, so Pietzsch: „Wir forschen aktuell an Arzneimittel-Wirkstoffen, die sowohl für die bildgebende Diagnostik von Krebserkrankungen als auch für die Therapie angewendet werden können. Dabei handelt es sich um eine Art Bestrahlung ‚von innen‘, für die wir geeignete radioaktive Substanzen gezielt zum Tumor bringen wollen.“

Moderne Diagnose-Methoden liefern den behandelnden Ärzten immer detailliertere Informationen über eine Krebserkrankung eines Patienten. So zum Beispiel die Positronen-Emissions-Tomografie (PET), die Stoffwechselvorgänge im Inneren von Menschen und Tieren sichtbar machen kann. Der Radiochemiker Dr. Torsten Knieß vom HZDR-Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung erklärt in seinem Vortrag, worauf es bei der Herstellung radioaktiver Arzneimittel für die PET ankommt.

Den Bogen zur medizinischen Anwendung spannt schließlich Dr. Rebecca Bütof vom Universitätsklinikum Dresden. An der Strahlenklinik forscht die Medizinerin an bildgebenden Methoden für die präzise Bestrahlungsplanung. Zum Lehrerinfotag erläutert sie, welchen Stellenwert die Bildgebung in der Onkologie mittlerweile erreicht hat und was das für die Patienten bedeutet. „Wir haben gelernt, dass Krebs im Grunde genommen ein sehr individuelles Geschehen ist. Je mehr wir über einen Tumor eines Patienten wissen – seine genaue Lage, seine Genetik, seinen Stoffwechsel, die Anbindung an das umliegende Gewebe –, desto besser können wir seine Behandlung planen. Eine individualisierte Krebstherapie nach der Maßgabe ‚so wirksam wie nötig, so schonend wie möglich‘ birgt für Erkrankte größere Überlebenschancen denn je, und vor allem auch mehr Lebensqualität.“

Zum Lernen motiviert

Impressionen vom Lehrerinfotag 2018 ©Copyright: HZDR

Lehrerinfotag am Schülerlabor: Lehrerinnen und Lehrer nutzen die Gelegenheit, um das Experimentier-Programm für Schulklassen am DeltaX ausführlich zu testen.

Foto: HZDR

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„Gerade die Krebsmedizin bietet eine Fülle von Beispielen dafür, wie Naturwissenschaft den Menschen konkret nützt“, sagt Nadja Gneist. „Das möchten wir den Lehrkräften auf den Weg geben. Sie können ihren Unterricht mit aktuellen Themen anreichern und die Jugendlichen besser erreichen.“ Ihrer Erfahrung nach erzeugt ein unmittelbarer Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler eine tragfähige Motivation. Sie hilft manchem, sich auf eher „schwierige“ Schulfächer wie Physik oder Chemie einzulassen.

Zum Abschluss erwartet die Lehrerinnen und Lehrer Forschungs-Flair hautnah: Auf dem Nachmittags-Programm stehen Führungen durch ausgewählte Labore und Forschungsanlagen des HZDR. Eine Gruppe besucht zusammen mit Jens Pietzsch das 2018 eröffnete Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung. Es ist eines der leistungsstärksten präklinischen Zentren Europas für die Entwicklung und Produktion von radioaktiven und radioimmunologischen Arzneimitteln. Außerdem können die Teilnehmer das Schülerlabor DeltaX selbst und seine vielfältigen Experimentier-Angebote für Schulklassen näher kennenlernen.

Über das HZDR-Schülerlabor DeltaX

Ein bis zwei Mal im Jahr organisiert das DeltaX Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte zu wechselnden Themenbereichen. Das Kernangebot des Schülerlabors sind die Experimentiertage mit insgesamt rund 3.000 Teilnehmern pro Jahr: Schülergruppen ab Klasse 5 können im eigens dafür eingerichteten, hochmodernen Labortrakt zu ausgewählten Themen aus Physik, Chemie und Biologie unter fachlicher Anleitung selbstständig experimentieren. Auf dem Programm stehen etwa Radioaktivität und Magnetismus, Licht und Farbe, Zellbiologie mit einem Fokus auf Strahlenbiologie, oder die Trennung Seltener Erden – einer Gruppe von Metallen, ohne die kein Mobiltelefon und kein Computer funktionieren. Ferienprogramme und Schülerpraktika sowie spezielle Aktionstage für Kinder und Jugendliche runden das Angebot des DeltaX ab. Für den Girls‘ & Boys‘ Day am 28. März 2019 sind sämtliche 92 Plätze bereits ausgebucht.

www.hzdr.de/deltax   


Weitere Informationen:
Nadja Gneist
Schülerlabor DeltaX am HZDR
Tel.: +49 351 260-2272 | E-Mail: n.gneist@hzdr.de

Medienkontakt:
Dr. Annegret Seemann | Wissenschaftsredakteurin
Tel.: +49 351 260-2515 | E-Mail: a.seemann@hzdr.de