Hydrophile 188Re-Komplexe zur Kopplung an Biomoleküle

Überblick

Aufgrund seiner optimalen Nuklideigenschaften (Eßmax = 2,1 MeV, t½ = 16,9 h) und wegen seiner kostengünstigen Verfügbarkeit über einen 188W/188Re - Generator ist das Nuklid 188Re ein interessanter Kandidat für die Herstellung von Radiotherapeutika.
Ein Ansatz für die Markierung von Biomolekülen mit 188Re ist das von unserer Arbeitsgruppe entwickelte "4+1"-Gemischtligandkonzept (Abb.1). Dabei wird das Metall auf der Oxidationsstufe +III mit dem tetradentaten Liganden Tris-(2-mercaptoethyl)amin (NS3) und einem monodentaten Phosphin oder Isonitril komplexiert. Die Bindung an targetsuchende Biomoleküle, wie zum Beispiel Peptide, Antikörper und Oligonukleotide erfolgt über den monodentaten Liganden, der als Linker fungiert.

Abb.1: Schematischer Aufbau bioaktiver 4+1-Komplexe und Beispiele für modifizierte hydrophile Liganden.
Abb.1: Schematischer Aufbau "bioaktiver" "4+1"-Komplexe und Beispiele für modifizierte hydrophile Liganden.

Um eine rasche renale Ausscheidung radioaktiver Metaboliten zu gewährleisten und die Strahlenbelastung strahlensensitiver Organe zu vermindern, sind hydrophile Komplexe notwendig. Schwerpunkt unserer Forschung ist daher die Suche nach kopplungsfähigen NS3- Liganden und Linkern, die einerseits das Rhenium metabolisch stabil komplexieren und andererseits die Bioverteilung steuern sollen ("pharmakologische Modifier").

Kooperation

Dr. F. Refosco, Dr. F. Tisato ICIS - C.N.R. Padua, Italien

Kontakt

Dr. H.-J. Pietzsch
e-mail:h.j.pietzsch@hzdr.de
Dr. S. Seifert
e-mail:s.seifert@hzdr.de
E. Schiller
e-mail:e.schiller@hzdr.de