Entwicklung robuster und anpaßbarer radioaktiver Rheniumkomplexe auf der Grundlage neuer, von Dimercaptobernsteinsäure (DMSA) abgeleiteter, Chelatbildner

Überblick

Das deutsch-japanische Gemeinschaftsprojekt berührt Aspekte der zielgerichteten Therapie von Tumoren mit dem radioaktiven Isotop 188Re. Wegen seiner guten Verfügbarkeit über einen 188W/188Re- Generator ist dieses Nuklid von besonderem Interesse. Bisher sind aus der Literatur nur wenige detaillierte Untersuchungen zur Chemie des 188Re bekannt. Die meisten Erfahrungen existieren für 188Re-Komplexe mit Hydroxyethylidendiphosphonat (HEDP) und Dimercapto-bernsteinsäure (DMSA). Ausgehend von diesen Erfahrungen und unter Nutzung der stabilen Re-Dithiolat-Bindung besteht das Ziel des Projektes in der Entwicklung robuster, gut anpaßbarer 188Re-Komplexe auf der Grundlage neuer Chelatbildner, die sich von der Dimercaptobernsteinsäure ableiten. Die konzipierten und synthetisierten 188Re-Komplexe werden in in-vitro-Experimenten und in Tierversuchen hinsichtlich ihrer metabolischen Stabilität untersucht. Eine weitere wesentliche Aufgabe besteht darin, Zusammenhänge zwischen Molekülstruktur, Molekülparametern und Zellaufnahme der 188Re-Tracer zu finden. Dazu werden experimentell bestimmte Lipophilie/pH-Beziehungen mit theoretischen Werten korrelliert, die der japanische Kooperationspartner mit Hilfe von Moleküldynamik- Rechnungen im System 188Re-Tracer/Wasser/Octanol ermittelt.

Kooperation

Prof. Dr. Kazuharu Yoshizuka, The University of Kitakyushu (Japan)
Prof. Dr. Peter Comba, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kontakt

Dr. H.-J. Pietzsch
e-mail:h.j.pietzsch@hzdr.de