Neues Radiochemisches Laborgebäude


Einblick in offene Raumzelle (Rohbau) In vierjähriger Planungs-, Bau- und Genehmigungsphase wurde ein neues Radiochemisches Laborgebäude (RCL) geschaffen. Darin ist es möglich u.a. auch mit den alpha-strahlenden Actinidenelementen Ac,Th, Pa, U, Np, Am, und Cm umzugehen. Das RCL wurde in einer Stahl-Skelett-Raumzellenbauweise mit den Außenmaßen von 20 x 35 m errichtet. In den 2 Vollgeschossen sind 24 radiochemische Labors, ein Aktivitätslager, ein Abfallzwischenlager, die Dosimetriezentrale sowie ein Sanitär- und Eingangsbereich angeordnet. Im Dachgeschoß befinden sich die lufttechnischen Einrichtungen. Im Kellergeschoß ist eine Behälteranlage für radioaktives Abwasser installiert.

Einblick in ein Labor Die radiochemischen Labors (Abmessung 3,3 m bzw. 6,6 m x 8,3 m) sind aufgabenspezifisch eingerichtet als Synthese-, Präparations- und Meßlabors. Sie sind mit Radionuklidabzügen, Absaughauben, Boxen, Schränken und Arbeitsflächen ausgerüstet. Kleingeräte wie Trocken-, Gefrier- und Kühlschränke sowie Zentrifugen sind als Unterbauten der Labortische angeordnet. Über eine zentrale Gasversorgung können bis zu 12 Gasen an den Medienzellen jedes Labors entnommen werden.

In den Labors ist es möglich, an radioaktiven Proben Untersuchungen u.a. mit den Methoden der Kernresonanz, UV-Vis- und Laserspektroskopie, Massenspektrometrie, FTIR, Elektrochemie sowie modernsten Geräten der alpha/beta/gamma-Strahlungsmeßtechnik durchzuführen.

3 gekoppelte Handschuh-Boxen 22-alpha-dichte Handschuh-Boxen ermöglichen den Umgang mit Actinidenelementen mit Substanzmengen im mg- bis g-Bereich. Mehrere dieser Boxen sind für Arbeiten unter definierten Gasbedingungen vorgesehen.

Das gesamte Gebäude ist ein Kontrollbereich (KB). Der Zutritt ist über ein gekoppeltes Zutritts- und Dosimetriesystem geregelt. Die Ortsdosisleistung (ODL) wird in allen Räumen des KB mittels eines ODL-Systems erfaßt. Die Kontrolle der Fortluft auf 3H, 14C, Aerosole und Jodisotope erfolgt in einem Meßcontainer. Zusätzlich wird mit transportabler Strahlenschutzmeßtechnik wie Tritium-, Kohlenstoff-14-, Jod- und Aerosolmonitoren die Raumluftüberwachung gewährleistet. In der Dosimetriezentrale erfolgt die Registrierung des Zutritts, der Ergebnisse der ODL-Messungen, der Fortluftüberwachung, der Personendosimetrie und die Anzeige weiterer sicherheitsrelevanter Betriebszustände. Störmeldungen werden im Eingangsbereich und auf den Gängen des Gebäudes optisch und akustisch angezeigt.

Entsprechend der Genehmigung 45-4661.20 FZR 15 vom März 98 nach § 3 StrlSchVdarf im gesamten Gebäude mit 135 Nukliden, mit max. 1011 Bq für das Einzelnuklid und in Summe dem 107-fachen der Freigrenze umgegangen werden. Die Art der Nuklide und die Aktivitätshöhe sind für die einzelnen Labors unterschiedlich beantragt und genehmigt.

Das RCL steht allen Kooperationspartnern zur Bearbeitung ihrer Forschungsproblematik zur Verfügung.