Interesse?

An die Schüler der 11. und 12. Klassen in Dresden und Umgebung:

Wer von Euch möchte uns helfen, unsere Forschungsthemen in einer allgemeinverständlichen Sprache einem breiten Publikum im Internet im Rahmen eines Praktikums oder einer Ferienarbeit vorzustellen? Voraussetzungen sind:

  • Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen

  • Grundkenntnisse im Umgang mit PCs sowie der Erstellung von Internet-Seiten

Meldet euch einfach im Schülerlabor.

Weiterführende Links

Kosmische Strahlung

Boten aus dem All

 

HessBlaue Blitze aus dem Kosmos

Ein neues Fenster zum Weltall öffnet sich in Namibia: Dort, auf der 1800 m hoch gelegenen Farm Göllschau, wurde am 03.09.2002 das erste von vier Teleskopen des H.E.S.S.-Experimentes offiziell eingeweiht. Dieses "High Energy Stereoscopic System" soll im Jahr 2004 komplett sein und die energiereiche Strahlung von Galaxien oder Supernovaüberresten ergründen. Dabei registrieren die wabenförmig aufgebauten Spiegel schwache Lichtblitze, die beim Eindringen der kosmischen Gammaquanten in die Erdatmosphäre entstehen. An H.E.S.S. beteiligen sich mehr als siebzig Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Tschechien, Armenien, Namibia und Südafrika. Deutschland ist vertreten durch das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, die Humboldt-Universität Berlin, die Ruhr-Universität Bochum, die Universitäten Hamburg und Kiel, sowie die Landessternwarte Heidelberg. Max-Planck-Gesellschaft und Bundesforschungsministerium haben für das Projekt zusammen sechs Millionen Euro aufgewendet und tragen damit rund drei Viertel der Gesamtkosten.


Auger ObservatoriumEin weiteres Großprojekt ist das Auger Observatorium in Argentinien. Hier versucht man auf einer Fläche von ca. 3000 km (entspricht in etwa der Größe des Saarlandes) zu ergründen, woher die hochenergetische Strahlung, von der die Erde ständig aus dem Universum "bombardiert" wird, stammt. Man geht unter anderem den Fragen nach, woher die gewaltigen Beschleunigungsenergien der Teilchen der kosmischen Strahlung stammen; ob man als ihre Quelle schwarze Löcher annehmen kann; oder ob ihre Erklärung eine neue Physik jenseits des Standardmodells erfordert. Da ein solches Projekt nur in internationaler Zusammenarbeit möglich ist, bündeln 200 Wissenschaftler aus 19 Ländern ihr Wissen und ihre Fähigkeiten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Im Institut für Kern- und Hadronenphysik des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf wurde ein Demonstrationsstand zum Nachweis der kosmischen Strahlung aufgebaut.


Hess in der Gondel seines BallonsEntdeckung der kosmischen Strahlung

Im Jahr 1912 entdeckte der österreichische Physiker Viktor Hess erstmals, dass die Erde ständig von sehr energiereicher Strahlung aus dem Universum getroffen wird. Hess stieg in einem Heißluftballon mehrfach bis zu einer Höhe von 5000 m auf; dabei führte er mehrere Elektrometer zur Messung der Intensität der ionisierenden Strahlung mit sich. Er entdeckte, dass die Intensität mit zunehmender Höhe ansteigt und folgerte daraus, dass die Strahlung extraterrestrischen Ursprungs sein muss. Für seine Untersuchungen wurde Hess 1936 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Die Strahlung aus dem Weltall (primäre kosmische Strahlung) trifft auf die Erdatmosphäre und ist nach vielen Umwandlungen auch noch in großen Meerestiefen und in der Erdrinde nachweisbar (sekundäre kosmische Strahlung).