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Freiberger Forscher erkunden Wertstoffe in alten Bergbauhalden

Presseeinladung vom 6.2.2013

Die TU Bergakademie Freiberg und das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF), welches die Universität und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam aufbauen, laden Medienvertreter am Montag, dem 11. Februar, um 10 Uhr zu einer Probebohrung nach Altenberg im Erzgebirge ein. Sie findet im Rahmen eines Forschungsprojektes statt, bei dem alte Bergbauhalden auf ihren Inhalt an technologisch wichtigen Metallen überprüft werden.

Auf die Suche nach strategischen Metallen in alten Bergbauhalden in Sachsen machen sich seit Mitte Januar gemeinsam mit Industriepartnern Forscher der TU Bergakademie Freiberg. Die Aufschüttungen enthalten hohe Restkonzentrationen der damals abgebauten Rohstoffe, z.B. Zinn und Zink, sowie eine Vielzahl technologisch wichtiger Metalle, wie Indium, Germanium und Seltene Erden. In der Vergangenheit waren diese Ressourcen nicht wirtschaftlich gewinnbar. Aufgrund der steigenden Weltmarktpreise werden sie aber immer relevanter.

Um die Bergbauhalden auf die in ihnen lagernden Wertstoffe zu untersuchen, führen die Wissenschaftler derzeit in Freiberg, Ehrenfriedersdorf und Altenberg Probebohrungen durch. Wir laden Sie ein, an der Probebohrung an der Tiefenbachhalde in Altenberg teilzunehmen, um Ihnen diesen Prozess zu demonstrieren.


  • Probebohrung:

Montag, 11. Februar 2013, 10 Uhr
Tiefenbachhalde
Ecke Geisingstraße / Am Aschgraben
01773 Altenberg

  • Ansprechpartner vor Ort:

Dr. Inga Osbahr (TU Bergakademie Freiberg)
Philipp Büttner (Helmholtz-Institut Freiberg, Projektkoordinator)

  • Hinweis:

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, würden wir uns über eine kurze Rückmeldung freuen (Kontakt: Simon Schmitt, Tel.: 03731 / 39 3801, Simon.Schmitt@zuv.tu-freiberg.de).


Die Probebohrungen gehören zum Teilprojekt „SMSB – Gewinnung strategischer Metalle und Mineralien“ der BMBF-Fördermaßnahme „r3 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Strategische Metalle und Mineralien“. Es wird durch das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) koordiniert und von Wissenschaftlern der TU Bergakademie Freiberg, unter Beteiligung von Industriepartnern, durchgeführt.

Die Forscher wollen die Halden in ihre genauen Bestandteile aufschlüsseln. Ziel ist eine vollständige Bestandsaufnahme aller enthaltenen Ressourcen, die heute oder in Zukunft wichtig sein könnten. Auf dieser Grundlage soll ein Verfahren entwickelt werden, um Rohstoffe aus alten Aufschüttungen effizient und umweltschonend abzubauen. Außerdem ist ein Haldenkataster geplant, in dem Informationen über die geografische Lage und Eigentumsverhältnisse der Halden, die Herkunft des Haldenmaterials sowie den Aufbau, Wertstoffgehalt und das Potential der größten Bergbauhalden Sachsens erfasst sind. Zusätzlich sollen Informationen über mögliche Abbau-, Aufbereitungs-, Gewinnungstechnologien und deren Kosten bereitgestellt werden.

Im Erzgebirge wurde über Jahrhunderte hinweg Erzbergbau betrieben. Die nach dem jeweiligen Stand der Technik nicht zu fördernden oder verwertbaren Bestandteile des geförderten Erzes wurden dabei aufgehaldet, wie es in der Fachsprache der Bergleute heißt, also auf einer Halde gelagert. Insbesondere aus dem Erzbergbau des vorigen Jahrhunderts existieren etliche große Bergehalden (von Berge – taubes Gestein), Spülhalden und Waschsandhalden (Halden von feinkörnigem Material, die durch Spülverfahren entstanden sind) aus der Aufbereitung, sowie Schlacke- und Flugstaubablagerungen aus der Verhüttung. Diese Halden enthalten fein verwachsene Mineralien sowie geringere Konzentrationen der abgebauten Rohstoffe wie Zinn, Zink, Silber oder Wolfram, aber auch Begleitelemente wie Lithium oder Indium, die bei der Gewinnung in der Vergangenheit wirtschaftlich noch uninteressant waren. Viele dieser Elemente sind heute von wirtschaftsstrategischer Relevanz. Ihre Gewinnung wäre dann sinnvoll, wenn es gelänge die Wertkomponenten effizient und wirtschaftlich aufzukonzentrieren.  


Link zur Pressemitteilung der TU Bergakademie vom 26.9.2012


Pressekontakt:

TU Bergakademie Freiberg
Simon Schmitt
Pressereferent
Akademiestr. 6 | 09599 Freiberg
Tel.: 03731 / 39 3801 | Mobil: 0176 / 6300 4947 

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Anja Weigl
Tel.: 0351 260-2452