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Zusammenarbeit zwischen ESRF und HZDR per Vertrag verlängert - Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf forscht in eigenen Labors an Europas brillantester Lichtquelle

Pressemitteilung vom 14. Februar 2014

Im Beisein der sächsischen Forschungsministerin Prof. Sabine von Schorlemer und des Präsidenten der französischen Region Rhone-Alpes Jean-Jack Queyranne unterzeichneten der Kaufmännische Vorstand des HZDR, Prof. Peter Joehnk, und der Generaldirektor der ESRF, Prof. Francesco Sette, am 13. Februar 2014 einen Vertrag über eine erneute fünfjährige Forschungszusammenarbeit. Zuvor hatte die Ministerin die Rossendorf Beamline besucht, die das Helmholtz-Zentrum am Europäischen Synchrotron (ESRF) seit vielen Jahren erfolgreich betreibt. Internationale Forschergruppen haben hier erst vor kurzem wichtige Ergebnisse in der Halbleiter-Forschung erzielt.

Sachsens Forschungsministerin Prof. Sabine von Schorlemer zu Besuch an der Rossendorf Beamline (ROBL) an der ESRF
Dr. Andreas Scheinost zeigt Sachsens Forschungsministerin Prof. Sabine von Schorlemer und ihrer Delegation  die Rossendorf Beamline (ROBL) an der ESRF
Foto: ESRF
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Die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst führte eine kleine Delegation von Wissenschaftlern und Vertretern des „Silicon Saxony“ nach Grenoble in Frankreich. Ziel des Besuchs war eine engere Zusammenarbeit zwischen Sachsen und der Region Rhones-Alpes auf dem Gebiet der Mikroelektronik. Mit auf dem Programm stand die ESRF (European Synchrotron Radiation Facility). Hier schlossen der HZDR-Vorstand Prof. Peter Joehnk und ESRF-Generaldirektor Prof. Francesco Sette einen Vertrag für die nächsten fünf Jahre ab, der die Zusammenarbeit in der Forschung sowie den Betrieb der Außenstelle des HZDR regelt.

Die Rossendorf Beamline (ROBL) verfügt über gleich zwei Messplätze. Dank sicherheitstechnisch aufwändiger Ausstattung können in dem einen Labor radioaktive Proben für die Endlagerforschung untersucht werden, während der zweite Messplatz für Materialuntersuchungen genutzt wird.„Unsere beiden Messstationen an ROBL werden von internationalen Nutzergruppen stark nachgefragt. Das brillante Röntgenlicht der ESRF hat schon zu vielen wichtigen Ergebnissen gerade auch für die Mikro- und Nanoelektronik beigetragen. Aktuelle Forschungen beschäftigen sich beispielsweise mit speziellen magnetischen Halbleitern oder mit Materialien für nicht-flüchtige Speicher und effizientere Solarzellen“, so Prof. Joehnk.

Erst vor kurzem untersuchte die Physikerin Dr. Magali Putero von der französischen Universität Marseille (IM2NP-CNRS) zusammen mit Dr. Carsten Baehtz vom Dresdner Helmholtz-Zentrum und weiteren internationalen Kollegen sogenannte Phasenwechsel-Materialen (phase change materials). Diese Materialklasse verspricht großes Potenzial für nicht-flüchtige Speicher in der Mikroelektronik. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass das amerikanische IBM T. J. Watson Research Center an den aktuellen Forschungsarbeiten beteiligt ist. Derzeit auf dem Prüfstand befinden sich Legierungen aus Gallium-Antimon, die auf ihre Tauglichkeit für zukünftige PCRAM-Bauteile (Phase Change Random Access Memory) hin abgeklopft werden. Die Experimente am materialwissenschaftlichen Messplatz des HZDR dienen der temperaturabhängigen Untersuchung von Kristallstruktur, Schichtdicke und Leitfähigkeit dieses Materials.

Weitere aktuelle Forschungsarbeiten an der Außenstelle des HZDR beschäftigen sich mit Quanten-Nanopunkten aus Germanium, die für die Photovoltaik von Interesse sein könnten, oder mit dem „Wundermaterial“ Graphen und Kohlenstoff-Nanoröhrchen, aber auch mit Lithiumionen-Batterien oder Materialien für die Speicherung von Wasserstoff. Die Forscher setzen dabei das Röntgenlicht an der Europäischen Synchrotronstrahlungsquelle ESRF quasi wie eine Sonde ein, um so Auskunft über den inneren Aufbau von Materialien zu erhalten.

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