Staatliche Kunstsammlungen Dresden mit neuer Arbeitsstelle für naturwissenschaftliche Materialuntersuchung

Nachricht vom 31.03.2015

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) stärken ihre naturwissenschaftlichen Forschungen. In Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) wird eine Arbeitsstelle für Kunst- und Kulturgutuntersuchung sowie Materialanalytik geschaffen. Die SKD bauen damit ihre konservierungswissenschaftlichen und kunsttechnologischen Aktivitäten und Kompetenzen weiter aus und führen so naturwissenschaftliche mit restaurierungswissenschaftlichen sowie geisteswissenschaftlichen Forschungen zusammen.

Der neue Arbeitsbereich wird mit einer wissenschaftlichen Personalstelle ausgestattet, die zunächst auf fünf Jahre von der Museum and Research Foundation finanziert wird. Die Besetzung zum 1. April 2015 erfolgt mit einem auf dem Gebiet der kunsttechnologischen Materialanalytik qualifizierten Physiker. Mit der Ansiedlung dieses Arbeitsplatzes in Dresden folgen die SKD den Anfang 2014 ausgesprochenen Empfehlungen des Wissenschaftsrates, dem wichtigsten wissenschaftlichen Beratungsgremium der Bundesregierung und der Regierungen der Länder.

Das langjährige Zusammenwirken der SKD mit dem Naturwissenschaftlichen Labor für Archäometrie der HfBK Dresden und dem Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung im HZDR wird durch die Einrichtung der Stelle weiterentwickelt. So ist es für die Untersuchungen möglich, auf die technische Ausstattung des HZDR-Ionenstrahlzentrums sowie auf die Labormöglichkeiten der HfBK Dresden zurückzugreifen. In den vergangenen Jahren konnten hier bereits zahlreiche Kunstwerke mithilfe verschiedener Methoden auf material- und herstellungstechnische sowie restaurierungsbezogene Fragestellungen untersucht werden, darunter Objekte aus dem Grünen Gewölbe, der Porzellansammlung, der Gemäldegalerie Alte Meister, der Galerie Neue Meister und dem Mathematisch-Physikalischen Salon. Die Untersuchungen geben Aufschluss über die Materialbeschaffenheit der Kunstwerke und ermöglichen den Wissenschaftlern auf diese Weise einen differenzierteren Einblick in den Entstehungsprozess. Bisher wurden solche Analysen ausschließlich von den Partnerinstituten durchgeführt. Die neu geschaffene Projektstelle erlaubt nun die unmittelbare Bearbeitung von Forschungsaufträgen der SKD. Weitere Kooperationen mit Forschungslaboren in Museen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland werden angestrebt.

Zur originalen Pressemitteilung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden