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Rostock und Greifswald vom 14.06. - 16.06.2015

Den Auftakt unserer diesjährigen Azubi-Exkursion bildete eine Hafenrundfahrt von Warnemünde nach Rostock. Warnemünde ist ein Stadtteil im Norden der Hansestadt Rostock und Deutschlands wichtigster Kreuzfahrthafen. Jährlich wird Warnemünde mehr als 180 mal angelaufen. Rostock erstreckt sich zu beiden Seiten der Unterwarnow bis hin zur Mündung in die Ostsee. Entlang dieser Bucht haben sich viele Firmen angesiedelt wie z. B. Caterpillar, welche Schiffsmotoren baut. Außerdem sahen wir die Warnow Werft, die sich auf den Bau von Hochseeschiffen spezialisiert hat. Die Neptun Werft dagegen widmet sich dem Bau von Flusskreuzfahrtschiffen. Des Weiteren passierten wir den Pagenwerder, eine kleine zweigeteilte Binneninsel kurz vor Warnemünde.
Im Rostocker Stadthafen angekommen, setzten wir unsere Sightseeing-Tour zu Fuß fort. Wir besichtigten den historischen Stadtkern und sahen beeindruckende Gebäude wie Rostocks größte Kirche St. Marien, im Stil der Backsteingotik, das Rathaus, die Universität mit dem Universitätsplatz und das Kröpeliner Tor.

Am zweiten Tag fuhren wir vom Gästehaus nach Kühlungsborn zum Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP). Am Institut sind derzeit ca. 80 Mitarbeiter, davon etwa 25 Wissenschaftler und 15-20 Doktoranden, tätig. Sehr herzlich wurden wir von den Mitarbeitern des Instituts empfangen. Herr Prof. Lübke persönlich, Institutsdirektor des IAP, stellte uns in einem kurzen Vortrag die Arbeiten des Instituts vor. Die Mitarbeiter beschäftigen sich mit der Untersuchung und Erforschung der Atmosphäre im Höhenbereich von etwa 10-120 km unter besonderer Berücksichtigung der Mesosphäre und der dynamischen Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Schichten. Unter anderem ist hier das Phänomen der leuchtenden Nachtwolken (NLC = noctilucent clouds) zu beobachten, welche sich während der Sommermonate (von Ende Mai bis Anfang August) in rund 83 km Höhe bilden. Sie sind eine Ansammlung von Eiskristallen oberhalb der Mesosphäre in der Mesopause und geben den Wissenschaftlern Aufschluss über die Temperaturänderungen in der Mesosphäre. Im Anschluss an den Vortrag wurden wir in kleinen Gruppen von den Mitarbeitern über den Standort geführt und erhielten Einblicke in ihre Forschungsarbeiten. Wir besichtigen u.a. das Radarfeld und das Labor für den Bau der Höhenforschungsraketen, was uns sehr beeindruckt hat. Des Weiteren erfuhren wir, dass neben experimentellen Untersuchungen mittels Lidars, Radars und Raketen auch theoretische Simulationen von physikalischen und chemischen Prozessen in der Atmosphäre durchgeführt werden.

Am Nachmittag besuchten wir das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW), welches sich der Erforschung von Küsten- und Randmeeren widmet. Schwerpunkt der Arbeiten ist dabei das Ökosystem der Ostsee. Rund 220 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Umweltdaten der Ostsee zu erheben, neue tiefseetaugliche Trägersysteme für Messinstrumente sowie neue Probennahmetechniken zu entwickeln. Des Weiteren besuchten wir die im Gebäude befindliche Dauerausstellung „Unsere Baltische Pfütze – wissenschaftlich-künstlerische Betrachtungen eines kleinen Meeres“. In der Ausstellung wird eine kleine Auswahl an Werken von Günter Grass zusammen mit Texten, Fotos und Diagrammen der Ostseeforschung gezeigt.

Am letzten Tag unserer Exkursion verließen wir Rostock und fuhren nach Greifswald, um dort das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) zu besuchen. Ziel der rund 1.100 Mitarbeiter ist die Erforschung der Grundlagen eines Fusionskraftwerkes, welches, ähnlich der Sonne, Energie aus der Verschmelzung von Wasserstoffkernen gewinnen soll. Aus diesem Grund wurde in Greifswald der Wendelstein 7-X gebaut. In dieser modernen Fusionsforschungsanlage (Stellator genannt) wird ein elektrisch geladenes Wasserstoffgas – das sogenannte Plasma – in Magnetfeldern eingeschlossen. Das Magnetfeld selbst wird durch 70 supraleitende Magnetspulen erzeugt und das Gas im Inneren der Spulen auf bis zu 100 Mio. Grad erhitzt. Mit Wendelstein 7-X soll zunächst die Kraftwerkstauglichkeit eines Stellators getestet werden, für den Kraftwerksbetrieb selbst ist er zu klein. In einem eindrucksvollen Vortrag präsentierte uns Frau Kemnitz, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit, die Entwicklung und den Bau des Wendelstein 7-X. Des Weiteren erläuterte sie uns anhand von Simulationen die zukünftigen Forschungsarbeiten an der Anlage.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen der Exkursion beigetragen haben.

Azubi-Exkursion 2015


Foto: Azubi-Exkursion 2015 ©Copyright: Mitarbeiter des HZDR
Foto: Azubi-Exkursion 2015 ©Copyright: Mitarbeiter des HZDR
Foto: Azubi-Exkursion 2015 ©Copyright: Mitarbeiter des HZDR