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Es ist nicht alles Gold was glänzt - Analyse von Gold mit Synchrotronstrahlung - Vortrag in der Reihe "Naturwissenschaftliche Einsichten in Kunst- und Kulturgut"

Informationen zum Vortrag von Dr. Martin Radtke am 13.10.2016 um 19 Uhr im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)

Gold ist eines der sieben schon im Altertum bekannten Metalle und wurde wegen seines Glanzes und seiner Seltenheit von alters her als Tauschmittel und zur Herstellung von Schmuck benutzt. Es ist einfach zu bearbeiten und weitestgehend gegen chemische Einflüsse resistent.

Die Beispiele im öffentlichen Abendvortrag am 13. Oktober reichen vom Wikingerschatz aus Hiddensee über die Himmelsscheibe von Nebra bis hin zu Funden aus Ägypten. Dr. Radtke stellt Untersuchungen von Gold mit Röntgenfluoreszenz-Analyse an einem Synchrotron - der BAMline - vor. Diese sind zerstörungsfrei und geben Auskunft über die in der untersuchten Probe vorhandenen chemischen Elemente. Damit lasen sich Antworten auf Fragestellungen wie zum Beispiel Herkunft, Herstellungsverfahren und Zusammengehörigkeit von Goldfunden geben. Zusätzlich stellt der Physiker die modernen Messmethoden vor, die am Synchrotron heute zur Verfügung stehen.   


Kurz-Vita Dr. Martin Radtke

Martin Radtke studierte Physik an der Universität Hamburg und promovierte dort auch im Jahr 2000. Erste Erfahrungen mit der Analyse von Kunst- und Kulturgütern mit Synchrotron-Strahlung machte er während seiner Promotion bei der Analyse von römischen Gläsern. Zwischen 1997 und 2000 arbeitete er am brasilianischen Synchrotron LNLS und seit 2000 ist er für die Röntgenfluoreszenz-Analyse am Messplatz der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin (BAM) zuständig. Obwohl die Hauptaufgabe der BAM die Gewährleistung von Sicherheit in Chemie und Technik ist, hat er dort die Möglichkeiten, in einer Vielzahl von Projekten zu archäologischen oder kunsthistorischen Fragestellungen mitzuarbeiten.


Publikationen:

E. Pernicka, M. Radtke, H. Riesemeier, C. H. Wunderlich (2004). "European Network of Competence at 1600 BC." Highlights / BESSY 2003: 8-9.

M. Radtke, U. Reinholz, H. Riesemeier (2009). "Synchrotron Radiation Induced X-Ray Fluorescence for the characterization of ancient gold objects." ArcheoSciences. Revue d'archéométrie(33): 39-44.

I. Reiche, M. Radtke, C. Brouder (2003). "Antike Gläser und versteinertes Elfenbein: Röntgenanalyse in der Kunst." Physik in unserer Zeit 34(2): 80-86.