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Mit kleinsten Strahlenmengen große Wirkung erzielen

Dresdner Nuklearmedizin und Rossendorfer Radiopharmazie feiern gemeinsam 50jähriges Bestehen - Gemeinsame Pressemitteilung von FZR und dem Universitätsklinikum Dresden

Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und das Institut für Radiopharmazie am Forschungszentrum Rossendorf blicken gemeinsam auf ein halbes Jahrhundert des Bestehens und der Zusammenarbeit zurück. Das "Dresdner Symposium Radionuklidtherapie" am 21. und 22. September feiert dieses Jubiläum mit einer Bestandsaufnahme beider Einrichtungen und einem Ausblick auf die Möglichkeiten der Therapie von Krebs und Lymphknotenvergrößerungen mit so genannten „offenen Radionukliden“, darunter auch den bisher wenig genutzten Alphastrahlern.

Bereits 1956 gründete Prof. Konrad Hennig die Isotopenabteilung der Strahlenklinik der damaligen Medizinischen Akademie Dresden. „Aus dieser ging die Klinik für Nuklearmedizin hervor, die damit eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland ist. Ebenfalls 1956 gründete sich am damaligen Zentralinstitut für Kernphysik Rossendorf die Vorläufer-einrichtung des Instituts für Radiopharmazie, der Bereich Radiochemie. Von Anfang an arbeiteten beide Häuser eng zusammen. Damals ging es unter anderem darum, mit Hilfe radioaktiv markierter Botenstoffe Vorgänge im Körperinneren ohne operative Maßnahmen beobachtbar zu machen - eine auf Ultraschall basierende Diagnostik existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Mit Sonden, die die Radioaktivität messen konnten, ermittelten die Wissenschaftler „von außen“ den Durchfluss markierter Teilchen an einer bestimmten Körperstelle. Das ließ Rückschlüsse auf die Herz-Kreislauf-Funktion, die Nierenfunktion oder auch die Eisenkinetik und damit die Produktion von Blut im Knochenmark zu. In Folge entstand eine auf Radioaktivität begründete Labordiagnostik. „Neben der Diagnostik lag und liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf der Therapie von Schilddrüsenerkrankungen, ent-zündlichen Gelenkerkrankungen und Tumorleiden oder Lymphomen“, sagt Prof. Jörg Kotzerke, Direktor der Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Dresden. Auch das ermöglichen markierte Botenstoffe, die übrigens immer nur im milliardstel und billionstel Gramm-Bereich zum Einsatz kommen. Der Tumor weist Oberflächeneigenschaften wie Rezeptoren oder Antigene auf, für die ein radioaktiv-markiertes Gegenstück eingesetzt wird, um die Radioaktivität genau an die Tumorzellen zu bringen und dort vor Ort ihre Strahlung freizusetzen. Diese Behandlungsmethode ist besonders gewebeschonend und hat nur geringe Nebenwirkungen.

Auf dem Dresdner Symposium Radionuklidtherapie am 21. und 22. September wollen die Forscher auch die Entwicklungen im Bereich der so genannten Alphastrahler beleuchten. Diese Stoffe geben beim radioaktiven Zerfall Alphastrahlung ab. Die Gründe für die bisher eher zurückhaltende Nutzung solcher Präparate in der Nuklearmedizin liegen zum einen in der geringen Verfügbarkeit, zum anderen in der schwierigen Handhabung. Nur an wenigen Orten in Europa können geeignete Alphastrahler hergestellt werden. Ihre höhere biologische Wirksamkeit im Vergleich zu Beta- und Gamma-Strahlern macht es besonders wichtig, sie an hochspezifische und hochstabile Trägermoleküle zu koppeln und so den Transport zu den gewünschten Zellen sicher zu gewährleisten.

Um radioaktiv markierte Botenstoffe ganz spezifisch für die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten und der jeweiligen Therapie herstellen zu können, bedarf es der engen Zusammenarbeit zwischen Klinik und Radiopharmazie. Die Dresdner Universitäts-Klinik für Nuklearmedizin und das Rossendorfer Institut für Radiopharmazie haben diese Zusammenarbeit über die letzten Jahrzehnte äußerst fruchtbar ausgestaltet. Dabei ist auch die räumliche Nähe von Bedeutung, haben doch einige Radiopharmaka eine Halbwertszeit von nur wenigen Stunden oder gar Minuten und müssen somit extrem schnell am Einsatzort sein.

„Neben der gemeinsamen Grundlagenforschung arbeiten unsere beiden Einrichtungen auch bei Untersuchungen von Patienten mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie zusammen“, erläutert Prof. Jörg Steinbach, Direktor des Rossendorfer Instituts für Radiopharmazie. Der besondere Vorteil der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist die quantifizierbare Darstellung der Verteilung einer radioaktiv markierten Substanz (Radiopharmakon) im Organismus. Dabei werden biochemische und physiologische Vorgänge abgebildet (funktionelle Bildgebung). Das geschieht beispielsweise anhand des Zuckerstoffwechsels. Da Krebszellen aufgrund ihres Wachstums und anderer Stoffwechselvorgänge einen extremen Energiebedarf haben, nehmen sie wesentlich mehr Zuckermoleküle als ihre gesunde Umgebung auf. Sind diese Zuckermoleküle radioaktiv markiert, wird dieser Vorgang in der PET sichtbar. Die PET hat die Nuklearmedizin stark verändert. Die hochempfindliche Messtechnik ermöglicht das Aufspüren auch kleiner Tumoren. Zudem lässt es frühzeitig Aussagen zur Wirksamkeit einer Therapie zu. So können gegebenenfalls auch Therapiekonzepte verändert werden.

Weitere Informationen zur häufig eingesetzten Radiojod-Therapie finden Sie im Internet unter www.uniklinikum-dresden.de in der Rubrik Aktuelles/ Pressemiteilungen.

Weitere Informationen:
Prof. Jörg Steinbach
Direktor des Instituts für Radiopharmazie im FZR
Tel.: 0351 260 - 3223

Prof. Jörg Kotzerke
Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Dresden
Tel. 0351/ 4 58 41 60

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Tel.: 0351 260 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 2700