Ereignisse & Veranstaltungen

Forschung & Mission

Weichen für Wechsel gestellt

Das FZD wechselt zum 1. Januar 2011 in die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Mit der Unterzeichnung eines entsprechenden Konsortialvertrages stellten Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan und der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich am 22. Juni die Weichen dafür. Der Freistaat Sachsen, durch den das FZD bisher maßgeblich getragen wird, unterstützt den Wechsel durch beträchtliche Sonderinvestitionen an den Standorten Rossendorf und Leipzig. Die Forschungsstelle in Leipzig - das ehemalige Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung - wurde zum 1. Januar 2010 in das FZD integriert; die Vorbereitungen dafür wurden 2009 getroffen.

Erster laserbeschleunigter Protonenstrahl

Im Januar wurden die ersten Protonen am Hochleistungslaser Draco des FZD, der im Juni 2008 in Betrieb gegangen war, beschleunigt. Die Wissenschaftler der Abteilung Laser-Teilchenbeschleunigung haben das Ziel, laserbeschleunigte Protonenstrahlen für die Krebstherapie nutzbar zu machen und gehören mit ihren Ergebnissen inzwischen zu den international führenden Gruppen.

Europarekord der höchsten Magnetfelder

Das Hochfeld-Magnetlabor im FZD ist eines von weltweit zwei Laboren, das in der Lage ist, höchste gepulste Magnetfelder für die Materialforschung mit einer Stärke von 85 Tesla zu erzeugen. Im März setzten die Wissenschaftler einen neuen Magneten ein, der eine Feldstärke von 87,2 Tesla erzeugte - das ist einzigartig in Europa.

Innovative Sensoren für Strömungen

Vor allem die Energie- und Verfahrenstechnik kann von den am FZD entwickelten Strömungssensoren profitieren, mit denen man komplexe Strömungsgemische untersuchen kann. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist von dem Potenzial dieser Technologie überzeugt und wählte sie im Juni als eines von elf Projekten zur Förderung im Rahmen des ForMaT-Programms aus. Die Weiterentwicklung und Vermarktung der Sensoren wird nun mit mehr als 2 Millionen Euro unterstützt.

Besserer Stahl dank Magnetfeldern

Im Oktober stellten FZD-Wissenschaftler auf der internationalen Konferenz „Electromagnetic Processing of Materials“ (EPM), die weltweit alle 3 Jahre ausgerichtet wird und 2009 in Dresden stattfand, die neue Versuchsanlage zum Strangguss von Stahl am FZD vor. Damit können sie das Gießen von Stahl realitätsnah untersuchen und Vorschläge entwickeln, wie man den Gussprozess und die Qualität des erzeugten Stahls durch das Anlegen von Magnetfeldern verbessern kann.

Smarte Messungen durch Kühltrick

Ein junges Team um FZD-Wissenschaftler Dr. Kay Großmann entwickelt innovative Fluoreszenzmesstechniken im Tieftemperaturbereich, mit denen man Stoffe einfacher und genauer nachweisen kann. Mit dieser Geschäftsidee gründeten die Wissenschaftler und Mitarbeiter im vergangenen Jahr die Firma „NanoscopiX“.

Vernetzung

Hier finden Sie eine Auswahl an Projekten, die im letzten Jahr gestartet sind und an denen das FZD beteiligt ist.

Europäische Ionenstrahl-Einrichtungen stärker vernetzt

Im März startete mit einem Kickoff-Treffen am FZD das Netzwerk SPIRIT, in dem sich elf führende europäische Ionenstrahl-Einrichtungen zusammengeschlossen haben. Das von der EU mit rund 7 Millionen Euro geförderte Netzwerk hat das Ziel, europäischen Materialwissenschaftlern den Zugang zu Ionenstrahl-Technologien in Europa zu erleichtern. Das FZD ist Koordinator des EU-Projektes.

Neues OncoRay-Forschungszentrum geplant

Im August unterzeichneten Vertreter der TU Dresden, des Universitätsklinikums Dresden und des FZD einen Kooperationsvertrag, der den Weg für ein neues „OncoRay - Gemeinsames Zentrum zur Strahlenforschung in der Onkologie“ (OGZ) ebnet. Es soll auf dem Gelände des Uniklinikums gebaut werden. Der Name ist an das Dresdner Zentrum für Innovationskompetenz „OncoRay“ angelehnt, das von den Projektpartnern bereits gemeinsam getragen wird. Im Dezember sagte das Bundesministerium für Bildung und Forschung nach einer erfolgreichen Begutachtung dafür weitere 12 Millionen Euro an Fördermitteln für die nächsten fünf Jahre zu.

Verbundprojekt zur Sicherheit von Kernkraftwerken

Im Dezember fiel am FZD der Startschuss für ein neues Verbundprojekt, an dem neben dem FZD acht weitere wichtige deutsche Forschungseinrichtungen im Bereich der Kerntechnik beteiligt sind, z.B. die TU München und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). In dem Projekt soll die Entwicklung von Simulationsmodellen für Siedevorgänge in Druckwasserreaktoren vorangetrieben werden. Es wird vom BMBF im Rahmen des Programms Energie 2020+ finanziert.

AREVA-Stiftungsprofessur an der TU Dresden und am FZD

Vertreter der TU Dresden, des Unternehmens AREVA und des FZD unterzeichneten im Dezember einen Vertrag zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur für bildgebende Messverfahren in der Energie- und Verfahrenstechnik an der TU Dresden. AREVA finanziert die Professur zunächst für fünf Jahre mit bis zu 260.000 Euro jährlich. Die Berufung auf den Lehrstuhl erfolgt gemeinsam durch die TU Dresden und das FZD. Der Lehrstuhlinhaber hat damit die Möglichkeit, seine Forschungsarbeiten am FZD durchzuführen.

Technologietransfer fördern

Drei neue Applikationslabore sorgen dafür, dass das am FZD vorhandene Knowhow noch besser in die Gesellschaft übertragen wird, sei es in Form marktfähiger Produkte oder von Dienstleistungen für die Industrie. Die in drei ausgewählten Bereichen (Ionenstrahltechnologien, Strömungskontrolle metallischer Schmelzen, Messtechnik für komplexe Strömungen) eingerichteten Applikationslabore gehen auf eine Initiative der Leibniz-Gemeinschaft zurück und bündeln Maßnahmen zum Technologietransfer.

Standort

Neues Gesicht

Unter den rund 200 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik war zum Jahresempfang des FZD am 24. März auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Er weihte das Eingangs- und Logistikgebäude - das neue Gesicht des Forschungszentrums - zu diesem Anlass ein.

Umweltminister zu Besuch

Am 31. Juli übergab der sächsische Umweltminister Frank Kupfer die Strahlenschutzgenehmigung für ein neues Positronen-Labor am Elektronenbeschleuniger ELBE. Es war der erste Besuch des Ministers auf dem Forschungsstandort Rossendorf, bei dem er sich über ausgewählte Forschungs- und Rückbauvorhaben informierte.

Erste Industrieansiedlung

Im Oktober feierte der Arzneimittelhersteller ROTOP Richtfest für sein neues zentrales Produktions- und Bürogebäude, das auf dem Gelände des Forschungszentrums entsteht. Es ist die erste Industrieansiedlung am FZD.

Neuer Beschleuniger

Im Dezember wurde am Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung ein neuer 6-Megavolt-Ionenbeschleuniger eingeweiht. Damit werden die experimentellen Bedingungen für Materialanalyse- und modifikation verbessert und um eine neue Methode am FZD, die Beschleunigermassenspektrometrie, die an der neuen Anlage möglich ist, erweitert.

Konferenzen

Jahrestagung Kerntechnik

12. bis 14. Mai 2009, Dresden
Teilnehmer: ca. 1.400
Die Jahrestagung ist eine der weltweit größten Fachmessen auf dem Gebiet der Kerntechnik. Zu ihrer 40. Ausgabe im Internationalen Kongresszentrum in Dresden präsentierten sich die Wissenschaftler aus dem Bereich Nukleare Sicherheitsforschung, einem der drei Forschungsschwerpunkte am FZD, mit einem eigenen Stand. Sie untersuchen und simulieren z.B. potenzielle Störfälle in den Primärkreisläufen von Kernreaktoren.

9th International Conference on Research in High Magnetic Fields

22. bis 25. Juli 2009, Dresden
Teilnehmer: ca. 220
Im Juli war die Elbestadt der Mittelpunkt der internationalen Magnetfeldforschung. Vom Hochfeld-Magnetlabor am FZD ausgerichtet, präsentierte die Konferenz aktuelle Ergebnisse rund um die Forschung mit hohen Magnetfeldern. Im Dresdner Hochfeld-Magnetlabor werden die höchsten Magnetfelder in Europa erzeugt.

14th International Conference on RF Superconductivity

20. bis 25. September 2009, Berlin und Dresden
Teilnehmer: ca. 300
Im Vorfeld der Konferenz, die vom Helmholtz-Zentrum Berlin und dem FZD veranstaltet wurde, fanden in Rossendorf Seminare für Einsteiger in die supraleitende Beschleunigertechnik statt. Der Elektronenbeschleuniger ELBE am FZD basiert auf dieser Technologie.

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Radiochemie/Radiopharmazie

24. bis 26. September 2009, Altenberg/Schellerhau
Teilnehmer: ca. 175
Die Tagung der Arbeitsgemeinschaft Radiochemie/Radiopharmazie ist das zentrale Treffen der deutschen, österreichischen und Schweizer Gesellschaften. Ausgerichtet vom Institut für Radiopharmazie bot sie wieder ein aktuelles Bild der Spitzenforschung auf dem Gebiet der Radiopharmazie.

Conference on Electromagnetic Processing of Materials

19. bis 23. Oktober 2009, Dresden
Teilnehmer: ca. 280
Die Tagung hat sich als führende Konferenzreihe zur Anwendung von Magnetfeldern in Forschung und Industrie etabliert und wurde im vergangenen Jahr vom FZD in Dresden ausgerichtet - mit großem Erfolg, zog die Konferenz doch in ihrer Geschichte die bisher meisten Besucher an.

Für die Öffentlichkeit

Lehrerfortbildung am FZD

13. Februar 2009, 9:30 bis 15:30 Uhr
Die jährlich einmal am FZD angebotene Fortbildung rüstete die teilnehmenden Fachlehrer aus Gymnasien und Mittelschulen diesmal mit aktuellen Theorien und Anwendungen auf dem Gebiet der Nanotechnologie aus.

Tag des Offenen Labors am Forschungsstandort Rossendorf

9. Mai 2009, 10 bis 16 Uhr
Rund 2.500 Besucher waren gekommen, um sich über aktuelle Forschungen auf dem Gebiet der Krebsdiagnose und -therapie, das diesmal im Mittelpunkt stand, zu informieren oder Blicke in die zahlreichen Labors und Anlagen, die an diesem Tag ihre Türen weit geöffnet hatten, zu werfen. Ein neuer Mittelpunkt war das erst kurz zuvor eröffnete Eingangs- und Logistikgebäude, wo sich das Dresdner Zentrum OncoRay und das Universitäts KrebsCentrum Dresden, wichtige Partner des FZD in der Krebsforschung, vorstellten.

Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften

19. Juni 2009, 18 bis 1 Uhr
Unter dem Motto „Vom Kosmos zur Klinik“ präsentierten sich die FZD-Wissenschaftler diesmal gemeinsam mit den Kern- und Teilchenphysikern der TU Dresden im Hörsaalzentrum der Universität. Das Programm spannte den Bogen von der Suche nach neuen Teilchen am Large Hadron Collider (LHC) des europäischen Kernforschungszentrums CERN hin zu den Anwendungen von Teilchenstrahlung, z.B. in der Medizin. Dafür wurde die Weltmaschinen-Ausstellung zum LHC extra nach Dresden geholt.

Leibniz-Woche der Biodiversität // Wissenschaftszug in Dresden

14. bis 19. September 2009
Dresden war der Hauptveranstaltungsort der von der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2009 veranstalteten „Woche der Biodiversität“. Die Nachwuchsgruppe „NanoBio“ des FZD, die sich mit den besonderen Eigenschaften der Hüllproteine bestimmter Bakterien beschäftigt, nahm daran teil. Mit ihren Forschungsergebnissen können z.B. Nanopartikel aus dem Edelmetall Palladium hergestellt werden; ein 3-D-Bild dieser Partikel war im Wissenschaftszug zu sehen, der Ende September auf dem Dresdner Hauptbahnhof Station machte.

 
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