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Umweltverträgliche Beschichtungstechnologie

HZDR-Startup Biconex startet als Unternehmen durch

Pressemitteilung vom 19.06.2015

Das Ausgründungsprojekt Biconex aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) geht nun als GmbH auf den Markt. Das Unternehmen hat ein umweltverträgliches Beschichtungsverfahren entwickelt, um Kunststoffoberflächen zu veredeln. Davon profitiert vor allem die Kunststoffgalvanik-Industrie, die zum Beispiel Türgriffe für Autos herstellt.

Die Oberflächenveredelung von Kunststoffbauteilen hat große Vorteile: Während der Kunststoffkern aufgrund seines größeren Volumens Gewicht und Formgebung bestimmt, wird das Bauteil durch optische oder mechanische Eigenschaften der äußeren Metallschicht aufgewertet. Metallische Rohstoffe werden so sparsam und gezielt eingesetzt. Damit die äußere Schicht haften kann, wird die Kunststoffoberfläche bisher in einem Bad aus Chromschwefelsäure aufgeraut. Die winzigen Poren, die dabei entstehen, bieten dem Metall ähnlich wie bei einem Druckknopf-System die Möglichkeit, sich fest in dem Kunststoff zu verankern. Die neue Beschichtungstechnologie aus dem HZDR erzielt genau den gleichen Effekt, kommt aber völlig ohne die schädliche Chemikalie aus. Das Verfahren basiert stattdessen auf umweltverträglichen Produkten. Ein weiteres Plus: Es kann nahtlos in den gewöhnlichen Beschichtungsprozess eingefügt werden.

Entwickelt hat die neue Technologie das Biconex-Team, das aus den Gesellschaftern Dr. Jürgen Hofinger, Dr. Tobias Günther und Steffen Roos sowie drei weiteren Mitarbeitern besteht. Sie arbeiten derzeit zusammen mit dem HZDR daran, das neue Verfahren in die industrielle Praxis umzusetzen. „Wir wollen unsere Neuentwicklung so schnell wie möglich zur Marktreife bringen“, sagt Jürgen Hofinger, Geschäftsführer der seit dem 11. Juni 2015 eingetragenen GmbH. „Dabei helfen wird uns die Existenzgründungsförderung vom Bundeswirtschaftsministerium.“ Nachdem Biconex bereits während der Gründungsphase Unterstützung aus dem EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) erhalten hatte, können die Gründer mit einer weiteren Förderphase rechnen. Zudem beteiligt sich die HZDR Innovation GmbH, eine Tochtergesellschaft für den Technologietransfer am Forschungszentrum, mit 15 Prozent an dem neuen Unternehmen.

Die Branche für Oberflächentechnik ist in Deutschland ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor. Sie gilt als Schlüsseltechnik für viele andere Industriebereiche wie zum Beispiel die Elektro-, Sanitär- und Automobilindustrie. Mitte April erst präsentierten Tobias Günther und Jürgen Hofinger den Fachbesuchern auf der internationalen Hannover Messe das Potenzial ihres Verfahrens. Während der Gründungsphase wurde das Startup-Projekt nicht nur durch das EXIST-Programm, sondern auch durch den Fonds Helmholtz Enterprise gefördert.


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Anja Weigl | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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