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r4 - Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe

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"AFK" Neue Strategien für die Aufbereitung komplexer Erze

Forschungsprojekt im BMBF-Förderprogramm r4

Pilotversuche zur Aufbereitung von Skarnerzen, Dichtetrennung ©Copyright: HZDR/Detlev Müller

Pilotversuche zur Aufbereitung von Komplexerzen, Dichtetrennung

Foto: HZDR/Detlev Müller

Deutschland verfügt über Komplexerz-Lagerstätten, die einen wichtigen Beitrag zur globalen Versorgung vor allem mit Zinn und Indium leisten könnten. Doch trotz ihrer Entdeckung vor bereits 40 Jahren und der beträchtlichen Metallgehalte sind diese Lagerstätten bisher fast ungenutzt geblieben. Der Grund: Diese Erze sind schwer aufzubereiten, da die unterschiedlichen Wertminerale im Gesteinsverbund fein verteilt vorliegen. Deswegen lassen sie sich nur unter hohem technischem Aufwand herauslösen und voneinander trennen.

Ziel des Verbundprojekts „Aufbereitung feinkörniger polymetallischer heimischer Sn/W/In-Komplexerze (AFK)“ war es, technische Lösungen zu finden, mit denen mehrere Minerale und die darin enthaltenen Elemente gleichzeitig auf wirtschaftliche, energieeffiziente und umweltverträgliche Weise verarbeitet werden können. Dabei sollten nicht nur einzelne Methoden entwickelt, sondern die gesamte Verfahrenskette von der Zerkleinerung der Erze bis hin zur Herstellung eines marktfähigen Mineralkonzentrats aufeinander abgestimmt werden. Auf diese Weise sollte ein Gesamtkonzept entstehen, das auf Komplexerze mit unterschiedlichster Zusammensetzung maßgeschneidert und angewendet werden kann.

Dafür untersuchte das Projektteam mit Hilfe moderner analytischer Methoden zuerst Gefüge, Mikrostruktur und chemische Eigenschaften von Komplexerzen aus Sachsen. Sie enthalten Elemente wie Indium (In), Wolfram (W), Zinn (Sn) oder Zink. Die aus den Untersuchungen gewonnenen Informationen dienten dazu, die einzelnen Prozessschritte und Methoden in einer umfassenden Systemanalyse zu betrachten und gemeinsam in einem Computermodell zu optimieren. Das Modell trifft Vorhersagen darüber, wie und mit welchem Aufwand die Minerale in Kombination mit unterschiedlichen Verfahren am effektivsten aufbereitet werden können. Getestet wurden die Ergebnisse sowohl im Labor- also auch im Pilotmaßstab mit über 100 Tonnen Probenmaterial aus der Lagerstätte Tellerhäuser im Erzgebirge.

Die Pilotierung des Verfahrens war eine gemeinsame Zusammenarbeit mit den europäischen Forschunsprojekt FAME. 

Das Projekt "AFK" wurde von Mai 2015 bis Dezember 2018 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit fast zwei Millionen Euro unterstützt . Es ist Teil des Förderschwerpunktes „r4- Innovative Technologien für Ressourceneffizienz- Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“


Projekttitel: Aufbereitung feinkörniger polymetallischer heimischer Sn/W/In-Komplexerze (AFK)

Projektpartner:

Laufzeit: 01.08.2015 - 31.07.2018

Fördersumme: 1.400.000 Euro

Förderkennzeichen: 033R128

Fördermaßnahme: r4- Innovative Technologien für Ressourceneffizienz- Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe

Gefördert von:

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