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Wissens- und Technologietransfer – Online-Jahresbericht 2016

Entwicklung des Technologietransfers am HZDR

GRULA-KMU-Eyecatcher

Foto: gemeinfrei

Lizenzen und Drittmitteleinwerbung: Der Anteil der lizensierten Patente stieg – gemessen am Gesamtbestand des HZDR-Patentportfolios – auf 33 Prozent an. Auch im Jahr 2016 überstiegen die Lizenzerträge die Höhe der Patentkosten. Die Auswertung der Drittmitteleinwerbung ergab, dass bei 50 von insgesamt 64 neu eingeworbenen Projekten mit Transferbezug mit einem Bewilligungsvolumen von insgesamt sechs Millionen Euro die HZDR-Innovationsmanager entweder maßgeblich oder zumindest merklich einbezogen waren. Dies spiegelt die zunehmende Bedeutung des Innovationsmanager-Modells, wie es am Zentrum installiert ist, wieder.

HZDR-Innovationsfonds: Im Jahr 2016 ging der HZDR-Innovationsfonds an den Start. Dieser wird durch die Helmholtz-Gemeinschaft und das HZDR finanziert; die jährliche Ausstattung beträgt 400.000 Euro. Nachdem die Abteilung Technologietransfer und Recht am HZDR die erforderlichen Voraussetzungen für die Bewirtschaftung und das Management des Fonds geschaffen hatte, konnten erste förderungsfähige Innovationsprojekte ausgewählt werden.

HZDR Innovation GmbH (HZDRI): Service- und Produktionsaufträge zur industriellen Verwertung von Know-how und Infrastrukturen des HZDR sowie das Beteiligungsmanagement von Ausgründungen führt konsequent die Tochterfirma HZDR Innovation GmbH durch. Auch 2016 startete die HZDRI weitere Geschäftsfelder, in denen sie die Verwertung von aus dem HZDR auslizensierten Technologien übernimmt. Hier ist insbesondere die Messtechnik zur Magnetohydrodynamik aus dem Institut für Fluiddynamik zu nennen.

Um die Produktionsmöglichkeiten der HZDRI auf dem Gebiet der Ionenimplantation weiterzuentwickeln und auszuweiten, kam es zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Slowakischen Technischen Universität Bratislava – STU und deren in Partnerschaft mit dem HZDR entstandenen Ionenstrahlzentrum. Ziel ist der Aufbau eines Joint Venture in der Slowakei.

GRULA-KMU: Die Partner im Projekt zur Verstärkung der Zusammenarbeit „Grundlagenorientierter Forschungseinrichtungen und Hochschulen mit mittelständischen Unternehmen in der Wissenschaftsregion Dresden“ (kurz: GRULA-KMU) wollen erproben, welche Mittlerrolle Fachhochschulen für grundlagennahe Einrichtungen wie das HZDR zum Zwecke der Schließung von Wertschöpfungsketten sowie Validierungsvorhaben einnehmen können. Projektpartner sind die TU Dresden, die HTW Dresden und das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer: Das HZDR hat den erfolgreichen Förderantrag im Fraunhofer Attract-Programm durch eine ehemalige Nachwuchsgruppenleiterin des HZDR maßgeblich unterstützt. Die Nachwuchsgruppe hatte am Zentrum ein größeres grundlagennahes Portfolio mit mehr als 15 Patentfamilien aufgebaut. Der Wechsel zur Fraunhofer-Gesellschaft legt den Grundstein für eine umfassende Validierung sowie die zielgerichtete, industriegerechte Weiterentwicklung und potenzielle Verwertung der HZDR-Technologie.

TTO-Alumni: Das Verbundprojekt „Aufbau und Erprobung von Alumni-Netzwerken für Bewertungs- und Verwertungsprozesse im wissenschaftsnahen Technologietransfer (TTO-Alumni)" zielt darauf ab, ehemalige Doktoranden, Studenten und Mitarbeiter, die in der Wirtschaft tätig sind, in die tägliche Arbeit des Technologietransfers am HZDR einzubinden. Dabei handelt es sich um ein Drittmittelprojekt, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Das HZDR arbeitet zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der TU Dresden an der systematischen Einbindung von Alumni in die Transferarbeit. Das Transferteam wurde für das Projekt um eine Mitarbeiterin erweitert.


Neue Industriekooperationen des HZDR

Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung

Zentrum für Radiopharma-zeutische Tumorforschung am HZDR (Foto: R. Weisflog)

Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung: Mit der sich auf dem Standort Dresden-Rossendorf neu gegründeten Firma ROTOP Radiopharmacy GmbH schloss das HZDR im vergangenen Jahr Kooperations- sowie Liefer- und Mietverträge ab. Diese bilden die Basis, um eine langfristige Zusammenarbeit zu etablieren hinsichtlich gemeinsamer Produktentwicklungen sowie einer Mitnutzung von Infrastruktur des HZDR. Hier ist insbesondere das neue Zyklotron im Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung zu nennen.

Institut für Fluiddynamik: Das HZDR konnte Anfang 2016 einen dreieinhalbjährigen Forschungs- und Entwicklungsvertrag mit einem Unternehmen der Automobilindustrie abschließen. Im Rahmen dieser strategischen Partnerschaft sollen grundlegende Erkenntnisse genutzt werden, um durch Experimente und numerische Simulationen Komponenten im Fahrzeug zu optimieren.

Der Start eines durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekts legt die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine erweiterte Nutzung des Großgerätes TOPFLOW. Damit kann eine strategische Partnerschaft mit der Firma Linde aufgebaut werden.

Ein Kooperations- und Lizenzvertrag mit Primetals Technologies regelt die Weiterentwicklung und Verwertung einer vom HZDR patentierten Strömungsmesstechnik (CIFT: Contactless Inductive Flow Tomography) für den Strangguss von Stahl. 


Veranstaltungen

Das Zentrum führte im Jahr 2016 zwei durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „Innovationsforen“ durch. Die Teilnehmer diskutierten die Anwendungsmöglichkeiten von HZDR-Technologien in der Industrie. Es handelte sich zum Ersten um das Thema „magnetische Separation“, zum Zweiten um die Eruierung der Verwendungsmöglichkeiten des neuartigen Materials „BFO“ (Bismuteisenoxid).


Ausgründungen

Filtermembran aus Edelstahl in 10.000-facher Vergrößerung.

Die i3membrane erschließt sich den Filtermarkt.

Biconex GmbH: Die im Mai 2015 ausgegründete Biconex GmbH konnte im März 2016 erfolgreich eine Erstrunden-Finanzierung abschließen und erzielt seither erste Umsatzerlöse. Eine Beteiligungsgesellschaft stellt 1,5 Millionen Euro für die Weiterentwicklung und Vermarktung der am HZDR entwickelten Technologie zur Chrom6-freien Kunststoffgalvanik bereit. Die HZDR Innovation GmbH (HZDRI) hat zum Einstieg des Investors seinen Unternehmensanteil von 15 Prozent gewinnbringend an diesen veräußert. Am Erfolg der Ausgründung bleibt das HZDR über einen Lizenzvertrag beteiligt.

i3membrane GmbH: Der durch Beteiligungskapital finanzierten Ausgründung i3membrane GmbH gelang im Berichtszeitraum die erfolgreiche Markteinführung ihrer ersten Produkte (Sterilfilter). Der gegenwärtige Fokus liegt im Bereich Vertrieb sowie Ausweitung der Produktion. Die HZDRI hält noch über zehn Prozent der Firmenanteile und das HZDR ist am Erfolg der Ausgründung über einen Lizenzvertrag beteiligt.

THATec Innovation GmbH: Im September 2016 wurde die THATec Innovation GmbH ausgegründet. Diese Firma entwickelt und vertreibt eine Software, mit deren Hilfe sich Laborgeräte verschiedener Anbieter koordinieren und synchronisiert betreiben lassen. Bei der Vorbereitung der Ausgründung kamen Mittel aus dem Helmholtz Enterprise Fonds (HEF) sowie aus dem HZDR-Innovationsfonds zum Einsatz. Zudem war das Ausgründungsvorhaben Teil des Accelerator-Programms der Fraunhofer-Gesellschaft. Dieser „Testfall“ soll die Basis legen für eine stärkere Vernetzung von Fraunhofer-Gesellschaft und Helmholtz-Gemeinschaft bei der Unterstützung von Ausgründungen. Die HZDR Innovation GmbH beteiligte sich an THATec mit 15 Prozent.

Drei weitere Ausgründungsvorhaben: ERZLABOR ist eine Ausgründung des Helmholtz-Institutes Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR. Hierfür konnte ebenfalls eine HEF-Förderung eingeworben werden, die zum 1. September 2016 startete. Geschäftsgegenstand von ERZLABOR sind Dienstleistungen zur quantitativen mineralogischen Analytik und zugrundeliegenden Probenpräparation. Erste Umsätze werden über die HZDR Innovation GmbH in Funktion eines Inkubators realisiert und die Gründer werden in kaufmännischen Fragestellungen trainiert. Darüber hinaus ist geplant, dass sich die HZDRI an ERZLABOR beteiligt. Die Finalisierung der Ausgründung hängt von der erfolgreichen Kundengewinnung ab und ist für Sommer 2017 geplant.

Das Vorhaben Polcar, bei dem ein neuartiges Materialsystem für biologische Probenträger im Mittelpunkt steht, befindet sich aktuell in einer frühen Ideenphase.

Ein weiteres, vom HZDR unterstütztes Ausgründungsvorhaben beschäftigt sich mit der Entwicklung und Vermarktung eines innovativen Messgerätes für Magnetfeld-Messungen.


Kontakt: Dr. Björn Wolf, Leiter der Abteilung Technologietransfer und Recht am HZDR