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Pressemitteilung vom 11. Februar 2021

Intelligente Technologie für schonende Bioseparation

i3 Membrane will neuartige Membranfilter am Standort Radeberg produzieren

Die Bereitstellung eines siebenstelligen Betrages sichert das weitere Wachstum der i3 Membrane GmbH, die 2013 mit Beteiligung der HZDR Innovation GmbH gegründet wurde. Zum zweiten Mal nach 2016 investieren der High-Tech Gründerfonds (HTGF) aus Bonn sowie drei weitere Investoren in die Entwicklung und Markteinführung von neuen Trenntechniken für Biomoleküle. „Das ist eine großartige Nachricht für den Produktionsstandort Sachsen“, freut sich Dr. Björn Wolf, Leiter der Transferabteilung des HZDR und Geschäftsführer der HZDR Innovation GmbH.

i3 TrackPor R ©Copyright: i3 Membrane GmbH

i3 TrackPor R - Goldbeschichtete Polyester-Membran im Aluminiumring zur Partikelanalytik bei Flüssigpharmazeutika. Foto: i3 Membrane GmbH

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Die Investition fließt nach Angaben von i3 Membrane in den Aufbau einer Eigenfertigung für Membranfilter in Radeberg bei Dresden. Bislang werden dort Membranen für den Laborbedarf produziert. Die neue Trenntechnologie soll mit den bereitgestellten Mitteln zur Marktreife gebracht und für einen breiten Kundenkreis angeboten werden. Sie basiert auf der Nutzung von elektrischen Feldern zur Trennung und Gewinnung von Biomolekülen wie etwa Proteinen. Biotechnologische Prozesse werden dadurch effizienter, schonender und einfacher.

Sogenannte chromatographische (intrinsisch geladene) Membranen sind seit etwa 15 Jahren auf dem Markt und werden zunehmend in biotechnologischen Trennprozessen eingesetzt. Der Vorteil dieser Polymermembranen liegt in der Effizienz, die circa zehnmal höher ist als die von herkömmlichen Separationsprozessen. Ein entscheidender Nachteil ist das aufwendige Verfahren, um die adsorbierten Biomoleküle zu gewinnen. Dies ist nur möglich, wenn man hohe Salzkonzentrationen einsetzt oder den pH-Wert verschiebt. Diese zeit- und kostspielige Wiedergewinnung wird durch die neue Technologie der i3 beseitigt. Mittels ultradünner Goldschichten, die direkt auf der Membranoberfläche aufgebracht werden, werden elektrische Felder durch Anlegen elektrischer Spannung erzeugt. Adsorbierte Biomoleküle können so einfach durch Einschalten einer Spannung wiedergewonnen werden. Dadurch wird auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet.

Seit 2016 wurde diese Technologie von i3 Membrane entwickelt und ist weltweit bisher mit über sieben Patenten abgesichert. „Biotechnologische Prozesse und die dazugehörigen Trenntechnologien werden in Zukunft eine zentrale Rolle nicht nur bei der Impfstoffherstellung, sondern auch bei der Entwicklung intelligenter Krebsmedizin spielen“, erläutert Stephan Brinke-Seiferth, Geschäftsführer der i3 Membrane GmbH. Zu Biomolekülen gehören beispielsweise (geladene) Antikörper, die heute wichtige Arzneimittel darstellen. Nach der Produktion von Antikörpern müssen diese von anderen Molekülen wie Proteinen, Zellteilen und Viren wieder separiert und damit wiedergewonnen werden.

Der Markt für chromatographische Membranen weist derzeit weltweit einen Jahresumsatz von circa 300 Millionen US-Dollar auf und wächst sehr stark mit etwa zwanzig Prozent pro Jahr. Der Einsatz dieser Membrantechnologie wird die Entwicklung der Biotechnologie beschleunigen. Ziel der i3 Membrane GmbH ist es, Polymermembranen zu funktionalisieren und dadurch zusätzliche Trenneigenschaften mittels digitaler Steuerung in vielen Anwendungsbereichen zu etablieren.

„Mit der Investition wird der erfolgreich eingeschlagene Weg der i3 Membrane fortgeführt, das Produktportfolio wird erweitert und der Firmensitz in Radeberg befindet sich auf Wachstumskurs. Das sind gleich drei Gründe, auf unsere gemeinsame Gründung stolz zu sein“, lobt der Wissenschaftliche Direktor des HZDR, Prof. Sebastian M. Schmidt.


Weitere Informationen:

HZDR Innovation GmbH
Dr. Björn Wolf
Tel.: +49 351 260 3348
E-Mail: b.wolf@hzdri.de
www.hzdr-innovation.de

i3 Membrane GmbH-Logo ©Copyright: i3 Membrane GmbH

i3 Membrane GmbH
Dr. Stephan Brinke-Seiferth
Tel.: +49 40 257674810
E-Mail: s.brinkeseiferth@i3membrane.de
www.i3membrane.de


Medienkontakt:

Simon Schmitt | Wissenschaftsredakteur
Abteilung Kommunikation und Medien am HZDR
Tel.: +49 351 260 3400 | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de