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Pressemitteilung vom 23. Juni 2022

Solidarität mit Menschen aus der Ukraine: HZDR ermöglicht vertriebener Wissenschaftlerin Neustart

Im März 2022 musste Inna Iarmosh gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrer Mutter ihre Heimat Kiew verlassen. Ab 1. Juli wird die junge Wissenschaftlerin nun die Arbeit an ihrer in Kiew begonnenen Promotion für ein Jahr am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) fortsetzen – unterstützt durch ein Stipendium der Volkswagenstiftung

Foto: Porträt Inna Iarmosh ©Copyright: HZDR / B. Schröder

Porträt Inna Iarmosh

Bild: HZDR / B. Schröder

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Inna Iarmosh hat in Kiew Umweltschutz und Ökologie studiert. Nach ihrem Studium hat sie sich in einem EU-Projekt zunächst mit dem Wissensmanagement zur Endlagerung radioaktiver Stoffe beschäftigt. Ihr Ziel war es, das europaweit vorhandene umfangreiche Wissen zu nuklearen Endlagerstätten sinnvoll zu systematisieren. In diesem Projekt knüpfte sie erste Kontakte zu Wissenschaftler*innen des Instituts für Ressourcenökologie des HZDR. 

Ebenfalls in Kiew begann die Ukrainerin ihre Promotion, in der sie sich mit der Ausbreitung radioaktiver Schadstoffe in der Sperrzone von Tschernobyl seit dem Reaktorunglück im Jahr 1986 beschäftigt. Dabei geht es unter anderem um die geochemische Modellierung der Wechselwirkung von Schadstoffen mit Mineraloberflächen.
Mit dem Angriff Russlands gegen die Ukraine war auch für Iarmosh und ihre Familie ein normales Leben in Kiew undenkbar geworden. Kolleg*innen am HZDR boten ihr Hilfe an, so dass sie im März 2022 ihre Heimat verlassen und nach Dresden flüchten konnte.

Foto: Im Gespräch über das Forschungsthema der ukrainischen Kollegin: Dr. Carola Franzen, Prof. Vinzenz Brendler, Inna Iarmosh, Prof. Sebastian M.Schmidt (v.l.n.r.) ©Copyright: HZDR / B. Schröder

Im Gespräch über das Forschungsthema der ukrainischen Kollegin: Dr. Carola Franzen, Prof. Vinzenz Brendler, Inna Iarmosh, Prof. Sebastian M.Schmidt (v.l.n.r.)

Bild: HZDR / B. Schröder

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Dr. Carola Franzen, die am HZDR zahlreiche internationale Projekte begleitet, hat Iarmosh, deren einjährige Tochter sowie die Mutter zunächst bei sich zu Hause aufgenommen. Das Team um Prof. Vinzenz Brendler vom Institut für Ressourcenökologie kümmerte sich um finanzielle Mittel, um der Ukrainerin auch beruflich eine Perspektive zu ermöglichen: „Wir kannten Inna aus den vorangegangenen Projekten und schätzen ihre Expertise sehr. Deshalb sind wir sicher, dass sie mit ihren Erfahrungen unser Team bereichern wird.“  Kurzentschlossen bewarb er sich bei der Volkswagenstiftung im Rahmen des Gastforschungsprogramm für geflohene ukrainische Wissenschaftler*innen um ein Forschungsstipendium für Inna Iarmosh. Ab dem 1. Juli wird die ukrainische Doktorandin nun ein Jahr lang mit einem monatlichen Stipendium von 2.200 Euro von der Volkswagenstiftung unterstützt.

„Dass das gesamte Antragsverfahren nur wenige Tage dauerte, unterstreicht das Engagement des HZDR für Menschen aus der Ukraine“, resümiert der Wissenschaftliche Direktor des HZDR, Prof. Sebastian M. Schmidt. „Ich bin sehr dankbar, dass es hier am Zentrum zahlreiche Kolleginnen und Kollegen gibt, die auf unterschiedliche Art und Weise Geflüchtete aus der Ukraine unterstützen.“     

Gemeinsam mit dem Team am Institut für Ressourcenökologie wird Iarmosh ab dem 1. Juli 2022 an Vorhersagemodellen zum Zusammenspiel verschiedener chemischer Parameter in radioaktiv kontaminierten Gebieten arbeiten. Aus ihrer bisherigen Tätigkeit in der Ukraine kann sie auf umfangreiche Felddaten zurückgreifen. Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen den einzelnen Schadstoffen? Ist es denkbar, diese Erkenntnisse auf andere grundwassergefährdende Abfallstoffe auszuweiten? Dies soll exemplarisch für verschiedene Schwermetalle und Radionuklide untersucht werden.

Redaktion: Kim-Astrid Magister


Weitere Informationen:
Prof. Vinzenz Brendler I Institut für Ressourcenökologie
Tel.: +49 351 260 2430 I E-Mail: v.brendler@hzdr.de

Medienkontakt:
Simon Schmitt | Leitung und Pressesprecher
Abteilung Kommunikation und Medien am HZDR
Tel.: +49 351 260 3400 | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de