Stabsabteilung „Mensch & Technologie“
Wissenschaftlicher Fokus
Wir als Stabsabteilung „Mensch und Technologie“ unterstützen die technologische Entwicklung und Verwertung von Innovationen durch unsere sozioökonomische Forschung. Dabei liegen die Schwerpunkte der Abteilung insb. in der Gesundheitsbranche sowie dem Thema Nachhaltigkeit. Wir verbinden eine mensch- und gesellschaftszentrierte mit einer markt- und betriebswirtschaftlichen Perspektive. Wir untersuchen, welche Auswirkungen das Digitalisierungs-/ Technologievorhaben für Menschen (Gesellschaft, Nutzende, Patient*innen, Leistungserbringende, weitere Stakeholder) hat und wie Abläufe verbessert werden können – immer in Hinblick auf den Menschen.
Wir helfen Entwickelnden, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und neue Sichtweisen einzunehmen und ermöglichen ihnen gleichzeitig, sich auf ihre Kernkompetenzen zu fokussieren. Gleichzeitig werden die Bedürfnisse der Stakeholder sowie die Auswirkungen des Umfelds von Anfang an in den Forschungs- und Entwicklungsprozess mit einbezogen und die Entwicklung kann eng an den Marktgegebenheiten und (regulatorischen) Notwendigkeiten erfolgen. Der Schritt in die Praxis und die Verwertung können so deutlich erleichtert werden.
Forschungsportfolio
Bild: A. Vosen/HZDR
Unsere Projekte
GUIDERS
Das BMBF-geförderte Projekt GUIDERS will neue Ansätze für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle sowie möglicher Finanzierungsmodelle von staatlich organisierten Datentreuhändern, insbesondere in Bezug auf Gesundheitsdaten, erforschen und damit einen praxisrelevanten und lösungsorientierten Beitrag zur Entwicklung von Datentreuhändern im Gesundheitswesen leisten. Die Forschungsfragen, die in dem Projekt gestellt werden, sind:
- Wie können die Geschäftsmodelle staatlicher Gesundheitsdatentreuhänder ausgestaltet sein?
- Welche Wege der Finanzierung und Erlösgewinnung sind für staatliche Gesundheitsdatentreuhänder möglich?
Wir identifizieren und analysieren mit Hilfe einer systematischen Literaturrecherche und Desk Research bereits existierende internationale, europäische und nationale staatliche Datentreuhänder mit Fokus auf ihre Geschäftsmodelle und damit einhergehende Best Practices. Im Anschluss führen wir semi-strukturierte Experteninterviews zu Geschäfts- und Finanzierungsmodellen durch. Auf dieser Basis werden Archetypen von Geschäftsmodellen entwickelt und mit Hilfe einer weiteren qualitativen Studie auf ihre Praxistauglichkeit evaluiert und daraus Handlungsempfehlungen entwickelt.
CERTAINTY
CERTAINTY erhält von der Europäischen Union im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101136379 eine Förderung. Das Projekt fällt unter das spezifische Thema HORIZON-HLTH-2023-TOOL-05-03, das sich auf die Entwicklung integrierter, multiskaliger Computermodelle der Pathophysiologie von Patienten („virtuelle Zwillinge“) für das personalisierte Krankheitsmanagement konzentriert. Das Projekt überschreitet die Grenzen von mit seinem ersten großen Schritt: der Schaffung eines vollständig vernetzten virtuellen Zwillings, der zur Unterstützung von CAR-T-Zell-Therapie-Patienten konzipiert ist. Dabei geht es nicht nur um die Verfolgung der Krankheit, sondern auch darum, die Behandlung selbst zu verstehen, da sie ein biologisches System ist. Indem wir detaillierte Patientendaten mit hochmodernen Computermodellen sowohl des Krebses als auch der CAR-T-Zellen zusammenführen, bringen wir etwas völlig Neues auf den Tisch. Diese Integration wird fundierte, präzise Behandlungsentscheidungen in ganz Europa ermöglichen und neuartige Therapien besser zugänglich machen, insbesondere in Regionen, in denen sie bisher unerreichbar waren.
Die Wissenschaftler:innen der HZDR-Abteilung „Mensch und Technologie“ sind Expert:innen für Sozioökonomie. Sie werden insbesondere zur Stakeholder-Analyse hinsichtlich Kostenperspektive, Rentabilität und Nutzbarkeit beitragen. Darüber hinaus wird das HZDR bei der Verwertung der Projektergebnisse und der Nachhaltigkeit der Projektinhalte beraten.
https://www.certainty-virtualtwin.eu/
EASYGEN
Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine hochwirksame Krebsimmuntherapie und aktuell noch, vor allem in Bezug auf die Herstellung der genetisch veränderten T-Zellen, komplex, zeitaufwendig und findet in speziellen Laboren statt. Der Herstellungsprozess dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Auch im Fall von klinischer Eignung, erhielten in Europa bisher nur wenige Patient:innen Zugang zur CAR-T-Zelltherapie. Begrenzte Produktionskapazitäten und Verzögerungen in der Lieferkette könnten einen zeitnahen Zugang für Patient:innen zusätzlich verhindern. Das Ziel des Projekts ist es, eine integrierte, automatisierte Plattform für die patientennahe Herstellung von CAR-T-Zellen zu entwickeln, sodass die Produktionszeit verkürzt, die Kosten gesenkt und der Zugang zu dieser innovativen Therapie erweitert wird. Unter Konsortialleitung der Fresenius SE & Co. KGaA arbeiten insgesamt 18 Organisationen aus 8 Ländern Europas zusammen, um die innovative, personalisierte Therapie voranzutreiben.
Die Wissenschaftler:innen der HZDR-Abteilung „Mensch und Technologie" werden bis 31.03.2030 insbesondere bei der Stakeholder-, der Bedarfs- und der gesundheitsökonomischen Analyse unterstützen sowie mit Hilfe einer Akzeptanzstudie zu einer nutzerzentrierten Entwicklung beitragen.
EASYGEN (Easy Workflow Integration for Gene Therapy) wurde im Rahmen der IHI-Ausschreibung „Patientenorientierte Technologien und optimierte Arbeitsabläufe in Krankenhäusern für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung" ausgewählt und erhält von dem gemeinsamen Unternehmen Innovative Health Inititative Joint Undertaking (IHI JU) im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101194710 Förderung. Das JU wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont Europa der Europäischen Union sowie durch COCIR, EFPIA, Europa Bío, MedTech Europe, Vaccines Europe und Industriepartner unterstützt.

