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Dr. Stefan Fogel

s.fogelAthzdr.de
Tel.: +49 351 260 2254

Dr. Sebastian Unger

Lei­ter Thermische Energie- und Verfahrenstechnik
s.ungerAthzdr.de
Tel.: +49 351 260 3225

Systemanalyse

Die Systemanalyse bietet einen strukturierten methodischen Rahmen zur Bewertung und Optimierung komplexer verfahrenstechnischer Industrieprozesse, insbesondere unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen mehreren Prozesseinheiten, deren betrieblicher Dynamik und übergeordneter regionaler und geografischer Kontexte.

Die Analyse von Komponenteninteraktionen konzentriert sich dabei auf die Material- und Energieintegration zwischen Reaktoren, Wärmetauschern, Trenneinheiten und Hilfsmedien, um eine optimale Abstimmung aller involvierten Komponenten und somit die Effizienz und Stabilität des Gesamtsystems sicherzustellen. Die Analyse des dynamischen Betriebs erweitert diese Perspektive, indem sie instationäre Bedingungen wie Lastschwankungen, die Fluktuation erneuerbarer Energie- und Rohstoffzuflüsse oder An- und Abfahrprozesse modelliert und dafür Werkzeuge wie dynamische Simulationen und Prozessregelungsmodelle (Regelkreise, Modellprädiktive Ansätze, etc.) einsetzt, um Systemreaktionen vorherzusagen und gezielt zu beeinflussen.

Außerdem sind techno-ökonomische Bewertungen entscheidend, um die Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit der untersuchten Prozesse und Systeme (Investitionsaufwand, Betriebskosten, Produktionskosten) unter verschiedenen ökonomischen Szenarien zu prüfen. Weiterführende Analysen basierend auf Geoinformationssystemen (GIS) erweitern die technischen und ökonomischen Systembewertungen, indem sie regionale Faktoren (z. B. Rohstoffverfügbarkeit, Energieinfrastruktur, Transportnetze, etc.) berücksichtigen und so standortspezifische Optimierungen und Machbarkeitsstudien ermöglichen. Durch die Kombination aller beschriebenen methodischen Bausteine erlaubt die Systemanalyse robuste, entscheidungsorientierte Bewertungen auf Komponenten-, Anlagen- und Systemebene bis hin zu regionalen und nationalen Assessments.

Foto: Prozessschema Power-to-Methanol ©Copyright: Dr. Stefan Fogel

Techno-ökonomische Bewer­tungen von Power-to-Methanol Prozessen

Methanol ist ein zentraler Grundstoff der chemischen Industrie. Er dient sowohl als Ausgangsbasis für eine Vielzahl von Folgeprodukten als auch – aufgrund seiner hohen spezifischen Energiedichte – als chemischer Energiespeicher. Für die Transformation der Branche spielen nachhaltige, flexible und kosteneffiziente Produktions­pfade eine entscheidende Rolle. Prozesssimula­tionen ermöglichen es dabei, das Verhalten von Prozessen unter unterschiedlichen, schwankenden Produktions­szenarien vorherzusagen und deren betriebswirt­schaftliche Leis­tungs­fähig­keit zu bewerten.
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Foto: Karte, geologische CO2 Speicherung ©Copyright: Dr. Stefan Fogel

Standortanalysen für Energiespeiche­rung basierend auf geologischer Speiche­rung von CO₂

Das CEEGS-Konzept (CO₂-based Electrothermal Energy and Geological Storage) ermöglicht die Speiche­rung erneuerbarer Energie durch die Kopp­lung eines re­versiblen CO₂-Wärmepumpen­kreislaufs mit geologischen Untergrundspeichern wie beispielsweise Salzka­vernen oder Aquiferen. Im Ladezyklus wird erneuerbare Elektrizität genutzt, um CO₂ zu komprimieren und die entstehende Wärme zu speichern; im Entladezyklus wird diese Wärme wie­der in Strom umgewandelt. Da das System starke tägliche und saisonale Produktions­schwankungen ausgleichen muss, wird das CEEGS-Konzept mithilfe multikriterieller Entscheidungs­analysen (MCDA) hinsichtlich seines Potenzials in regionalen und nationalen Energiesystemen Europas bewertet.
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Foto: sCO2 Kreislaufschema ©Copyright: Josefine Velde

Dynamische Modellie­rung und Rege­lung von superkritischen CO₂-Kraftwerksprozessen

Die Energie­versor­gung wandelt sich von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren, deren Verfügbar­keit zeitlich begrenzt und variabel ist. Dafür sind Speicher­techno­logien und flexible Umwand­lungs­prozesse notwendig. Überkritische CO₂ (sCO₂)-Kraftwerksprozesse bieten hier Vorteile: Sie sind kompakt, effizient und können mit jeder Wärmequelle oberhalb der kritischen Temperatur von 31 °C betrieben werden, einschließlich gespeicher­ter Energie. Ziel ist ein Betrieb nach Strombedarf mit schnellen Start- und Abschaltvorgängen sowie effizientem Verhalten in Off-Designfällen. Zu diesem Zweck wird in MATLAB Simulink ein dynamisches Modell eines sCO₂-Joule-Kreisprozesses mit drei Wärmetauschern, Turbine und Kompressor entwickelt und mithilfe der institutseigenen Anlage CARBOSOLA validiert.
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