Von Messdaten zu Erkenntnissen: Python-Kurs für unsere Physiklaborant*innen
Die fünf derzeitigen Auszubildenden zum Physiklaboranten am HZDR hatten dank des großen Einsatzes unserer Ausbilderin Stefanie Sonntag die einmalige Gelegenheit, einen Einführungskurs im Programmieren mit Python beim erfahrenen Python-Coach Fredo Erxleben zu absolvieren.
Die Gruppe bestand größtenteils aus programmierunerfahrenen Teilnehmenden, die neugierig in die Kurswoche vom 04.08.2025 bis 08.08.2025 starteten.
Um uns für die ersten Schritte im Python-Programmieren besonders zu motivieren, durfte jeder von uns zunächst reale Messdaten eines CIBD-Experiments unter Anleitung von Dr. Max Sieger aufnehmen. Dies sollte uns einen Ausblick auf mögliche Anwendungen unserer neu gewonnenen Kenntnisse geben, indem wir gleich mit einer realen Problemstellung starteten: einer Menge unaufbereiteter Messdaten zur Analyse. An diesen konnten wir unsere erworbenen Fertigkeiten Schritt für Schritt erproben – mit dem Ziel, die Daten so aufzubereiten, dass erste Interpretationen unter Berücksichtigung der individuell gewählten Messparameter möglich sind.
Zunächst ging es jedoch an die Grundbegriffe: Hochmotiviert, sehr kompetent und außerordentlich geduldig erarbeitete Fredo mit uns Ausgaben, Eingaben, Datenformate, Bedingungen und Schleifen. Damit konnten wir erste mathematische Berechnungen und kleinere Spielereien umsetzen. Im Rahmen praxisnaher und unterhaltsamer Übungen entwickelten wir ein Zahl-Erraten-Spiel, einen Countdown, lernten mithilfe eines selbsterstellten Programms das Collatz-Problem kennen und hantierten mit Einkaufslisten.
Am dritten Kurstag standen Funktionen auf dem Plan. Damit programmierten wir unter anderem ein kleines Lottospiel, ein Umwandlungsprogramm zwischen Polarkoordinaten und kartesischen Koordinaten sowie ein Würfelspiel. Mit jedem Tag wurden die Aufgaben herausfordernder, und man konnte seinen eigenen Fähigkeiten förmlich beim Wachsen zusehen – ein ungemein motivierendes Erlebnis.
Darüber hinaus begeisterte uns Fredo immer wieder mit anschaulichen Analogien und didaktisch wertvollen Vergleichen zwischen vertrauten Inhalten und den Abläufen in einem rechnerbasierten System. Für Laien verständlich zeigte er auf, wie unsere Befehle von Python interpretiert und verarbeitet werden.
Schließlich wagten wir uns mit den neuen Fertigkeiten an unsere selbst aufgenommenen Daten und öffneten, bearbeiteten, speicherten und plotteten eifrig Datenfiles. Leider reichte die Zeit nicht aus, um alle Datensätze vollständig auszuwerten. Wir waren uns jedoch einig, dass diese Episode unbedingt eine Fortsetzung braucht.
Die Woche verging wie im Flug. Neben dem modernen und didaktisch hervorragend ausgearbeiteten Unterricht und den vielen spannenden Übungen – stets unermüdlich und freundlich von Fredo begleitet – blieb auch Raum für Nebeninformationen zum Sinn und Unsinn von Formalitäten, historischen Begebenheiten und zum „gläsernen Menschen“.
Alles in allem war es eine spannende, unterhaltsame und lehrreiche Woche.
Auf dass kein Physiklaborant je wieder ohne Python-Grundkenntnisse unter der Sonne wandeln möge.
Emilia, Lennart, Jonas, Vera und Marvin
