Nachricht vom 18. März 2026

Spektroskopie für nachhaltige Rohstoffnutzung

HIF-Wissenschaftler Dr. Richard Gloaguen zum Honorarprofessor an die TU Bergakademie Freiberg bestellt

Foto: Richard Gloaguen, 2022 ©Copyright: HZDR/Detlev Müller

Dr. Richard Gloaguen

Bild: HZDR/Detlev Müller

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Ab März 2026 erweitert sich das Lehrangebot der Fakultät für Chemie, Physik und Biowissenschaften an der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) um das Themenfeld „Angewandte Spektroskopie und Datenanalyse“. Geleitet wird diese neue Honorarprofessur von Dr. Richard Gloaguen. Er ist seit 2013 am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und dort am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) Leiter der Abteilung Exploration.

Die Erkundung von Materialien, ob verborgen im Untergrund oder sichtbar auf einem Förderband, ist die Leidenschaft des französischen Forschers. Mit verschiedenen spektroskopischen Messinstrumenten versuchen Gloaguen und sein Team die Zusammensetzung von Materialien zu ergründen, um weitere Schritte abzuleiten. Am HIF haben sie gemeinsam mit der TUBAF dafür einen Versuchsstand aufgebaut, das sogenannte Helios Lab. Hier bewegen sich geschredderte Teile aus alten Elektrogeräten oder Fahrzeugen auf einem Förderband. Sensoren und Laser scannen die Materialien und charakterisieren ihre Zusammensetzung in Echtzeit. Das verlangt neue Methoden des Maschinelles Lernen und Computerbasierter Bildverarbeitung Vision. Dadurch ist eine bessere Sortierung und Verarbeitung möglich, was den Recyclingprozess erheblich verbessert. Seine Fachkenntnisse liegen an der Schnittstelle zwischen Spektroskopie, Fernerkundung, Geodäsie und Datenwissenschaften und können ebenfalls zur verantwortungsvollen Beschaffung kritischer Metalle beitragen – von der Exploration über die Gewinnung bis hin zur Renaturierung von Bergbauflächen.

Foto: Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (Mitte) zeigte sich beeindruckt vom Helios Lab, in dem an der Charakterisierung von Rohstoffen in Elektroschrott geforscht wird. Abteilungsleiter Dr. Richard Gloaguen (rechts) erläuterte das Prinzip im Beisein von der kaufmännischen Direktorin des HZDR Dr. Diana Stiller. ©Copyright: HZDR/A. Jentzsch

Dr. Richard Gloaguen im Helios Lab, in dem an der Charakterisierung von Rohstoffen in Elektroschrott geforscht wird. 

Bild: HZDR/A. Jentzsch

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Sein Wissen und seine vielfältigen Erfahrungen gibt Gloaguen nun in einer Lehrveranstaltung und bei Exkursionen, zum Beispiel ins Helios Lab, weiter: „Es ist eine Bereicherung für die Studierenden der TUBAF, von nun an die neuesten Entwicklungen im Bereich der spektroskopischen Materialanalyse näher gebracht zu bekommen und an praktischen Beispielen ausprobieren zu können. Gleichzeitig gewinnen wir über Abschlussarbeiten Nachwuchsforscher für das HIF.“ Denn der Kurs wird auch Studierenden des SINReM-Programms offenstehen. Bei diesem Masterstudiengang absolvieren die Studierenden an drei Universitäten (Universität Gent in Belgien, TU Bergakademie Freiberg in Deutschland, Universität Uppsala in Schweden) Kurse entlang der Rohstoffwertschöpfungskette und erhalten den gemeinsamen Abschluss International Master of Science in Sustainable and Innovative Natural Resource Management.