Nachricht vom 7. Mai 2026
Mit FLASH gegen Krebs: Artem Govorukhin gewinnt FameLab Dresden
Artem Govorukhin vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) hat den Dresdner Regionalentscheid des Wettbewerbs für Wissenschaftskommunikation FameLab gewonnen. In seinem dreiminütigen Beitrag erklärte der Doktorand den sogenannten FLASH-Effekt – eine vielversprechende Methode der Strahlentherapie zur Behandlung von Krebs. Neben dem ersten Platz sicherte er sich außerdem den Publikumspreis.
Gewinner des FameLab Regionalentscheids Dresden 2026: Artem Govorukhin (1. Platz, HZDR) und Urša Uršič (2. Platz, MPI-CBG / TU Dresden)
Bild: André Wirsig
Im Auditorium des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) stellten sich am Mittwoch, 6. Mai 2026, neun Nachwuchswissenschaftler*innen aus Dresden der Herausforderung, ihre Forschung in nur drei Minuten verständlich und kreativ auf die Bühne zu bringen, ganz ohne technische Hilfsmittel. Erlaubt war lediglich, was am eigenen Körper getragen werden konnte. Entsprechend vielfältig und originell waren die Präsentationen: von Kostümen über selbst gebastelte Requisiten bis hin zu Puppenspiel.
Unter dem Titel „No Oxygen + FLASH = Bye-Bye, Tumor“ erklärte Artem Govorukhin auf unterhaltsame Weise seine Forschung zum FLASH-Effekt. Unterstützung erhielt er dabei von seiner Freundin, die auf der Bühne die Rolle einer Patientin übernahm. Mit seiner Darbietung überzeugte er sowohl das Publikum als auch die hochkarätig besetzte Jury: Prof. Gianaurelio Cuniberti (TU Dresden), Marion Schmidt (TU Dresden), Prof. Stefan Dietz (TU Dresden) und Prof. Silke Geithner (Evangelische Hochschule Dresden).
Der FLASH-Effekt wird sichtbar, wenn man die Strahlendosis zur Behandlung eines Tumors im Bruchteil einer Sekunde appliziert. Dabei wird der Tumor ähnlich effektiv getötet wie bei der konventionellen Strahlentherapie, das gesunde Gewebe jedoch wird geschont. Am HZDR erforscht Artem Govorukhin diesen Effekt in der Abteilung Laser-Teilchenbeschleunigung des Instituts für Strahlenphysik, in enger Zusammenarbeit mit dem OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie. Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Krebshilfe finanziert.
Teilnehmende des FameLab Regionalentscheids Dresden. Aus dem HZDR dabei: Maud Zilbermann, Lisa Nucke, Priyal Dadhich, Tanzila Nurjahan (4.,5.,6.,7. von links) und Artem Govorukhin (3. von rechts)
Bild: André Wirsig
Den zweiten Platz belegte Urša Uršič (MPI-CBG / TU Dresden). Gemeinsam mit Artem Govorukhin wird sie Dresden beim nationalen FameLab-Finale vertreten, das am 1. Juli 2026 in Bielefeld stattfindet. Zur Vorbereitung erhalten beide neben einem Preisgeld von 300 bzw. 200 Euro ein zweitägiges Kommunikations- und Medientraining.
Auch weitere Nachwuchswissenschaftler*innen des HZDR waren beim Dresdner Regionalentscheid vertreten: Tanzila Nurjahan, Priyal Dadhich, Lisa Nucke und Maud Zilbermann präsentierten ebenfalls mit kreativen Mitteln ihre Forschung und sorgten für viel Applaus beim Publikum.
Über FameLab:
FameLab ist ein internationaler Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation, der ursprünglich vom Cheltenham Science Festival in Großbritannien ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Talking Science“ bringen Wissenschaftler*innen in mehr als 20 Ländern ihre Forschung auf die Bühne. In Deutschland findet FameLab seit 2011 mit Regionalentscheiden in mehreren Städten statt. Der Dresdner Wettbewerb wird von DRESDEN-concept und Dresden Marketing organisiert.
