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Radioaktive Arzneimittel im Kampf gegen den Krebs

Sachsens Umweltminister Stanislaw Tillich übergibt am 28. August um 15.00 Uhr im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf die Strahlenschutz-Genehmigung für einen neuen Labortrakt. Dort wird chemische Grundlagenforschung für radioaktive Arzneimittel einer neuen Generation betrieben, die in Zukunft den Kampf gegen den Krebs verbessern könnten.

Neue und effektive Krebstherapien zu entwickeln ist eine der größten Herausforderungen an die Medizin im 21. Jahrhundert. Das Messer des Chirurgen oder die ionisierende Strahlung im Rahmen einer Strahlentherapie finden im Kampf gegen den Krebs immer dann eine Grenze, wenn es sich um metastasierende Erkrankungen handelt. In diesen Fällen muss die Behandlungsmethode systemisch sein, d.h. die Tumortherapeutika müssen über die Blutbahnen zu den (zum Teil nicht sichtbaren) Metastasen gelangen. Dies ist zum einen das Gebiet der Chemotherapie, wie sie heute bereits eingesetzt wird. Zum anderen versprechen sich Mediziner von einer neuen Generation radioaktiver Arzneimittel in Zukunft einen wesentlichen Fortschritt bei der Therapie bestimmter Tumoren, v.a. wenn diese in Kombination mit anderen Therapiemöglichkeiten wie der externen Strahlentherapie eingesetzt wird.

Die Entwicklung neuer Radiotherapeutika ist eine sehr komplexe Forschungsaufgabe, der im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf nachgegangen wird. Der Ausgangspunkt hierfür sind spezielle Radionulkide. Die von ihnen ausgesandte Partikelstrahlung wird als therapeutisch wirksame Dosis genutzt. Das Radionuklid wird zum Tumor transportiert und die dort freiwerdende Strahlungsenergie führt dann zum Absterben der Tumorzellen. Hierfür sind zum einen geeignete Radionuklide notwendig, die zum Wirkungsort transportiert werden und dort verbleiben müssen, bis die Strahlung abgeklungen ist. Ziel ist es, die Tumorzellen vollständig durch die Partikelstrahlung zu vernichten und das umgebende Gewebe möglichst zu schonen.

Im FZD wird v. a. an radioaktiven Nukliden der Metalle Rhenium und Kupfer geforscht. Diese radioaktiven Metalle müssen sehr stabile Verbindungen mit geeigneten Transportmolekülen eingehen. Zugleich hat solch ein Transportmolekül die Funktion, alle Tumorzellen im Körper mit hoher Präzision zu finden. Deshalb kommen als Transportmoleküle Stoffe in Frage, die als Gegenstücke für Rezeptoren oder Antigene auf der Oberfläche von Tumoren funktionieren. Nur so kann es schließlich gelingen, das radioaktive Metall genau zu einem spezifischen Tumor oder zu dessen Metastasen zu transportieren.

Bis solche neuen Radiometall-Therapeutika am Patienten eingesetzt werden können, ist jedoch noch ein langer Weg zurückzulegen. Das Institut für Radiopharmazie im FZD legt hierfür die radiochemischen Grundlagen. Um Arzneimittel für die interne Radionuklidtherapie ganz spezifisch für die Bedürfnisse der jeweiligen Therapie herstellen zu können, bedarf es der engen Zusammenarbeit mit der Klinik, in diesem Falle mit dem Dresdner Zentrum OncoRay und der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Dresden.

Der neue Labortrakt, der mit Übergabe der strahlenschutzrechtlichen Genehmigung durch den Umweltminister Tillich nun seinen Betrieb aufnehmen kann, ist für Arbeiten mit offenen radioaktiven Stoffen ausgelegt. Drei Nuklid-Generatoren liefern rund um die Uhr die Radiometalle Technetium-99m, Gallium-68 und Rhenium-188. Daneben produziert der Rossendorf-eigene Kreisbeschleuniger Proben mit Kupfer-64 und Yttrium-86. Diese werden in bleiverglasten Zellen unter strengen Auflagen für die Forschung aufbereitet. Arbeitstäglich liegen dann die radioaktiven Ausgangsstoffe für die Arbeit der Wissenschaftler vor.

Insgesamt stehen dem FZD nun zwölf neue Laborräume zur Verfügung, die für die geplanten Forschungsarbeiten bestens ausgestattet sind. Besonderer Wert wurde auf die dem neuesten Stand entsprechende Messtechnik gelegt, denn Arbeit mit radioaktiven Stoffen verlangt, dass die Mitarbeiter ebenso geschützt werden müssen wie die Umwelt. Und auch für die Lagerung und Entsorgung der radioaktiven Substanzen muss Sorge getragen werden. Von Vorteil sind in diesem Zusammenhang die relativ kurzen Halbwertszeiten der in diesem Labortrakt zum Einsatz kommenden Verbindungen. Sie liegen im Bereich von etwa 1 Stunde bis zu reichlich 2 Tagen für Yttrium-90, das gegenwärtig am häufigsten an zielsuchende Moleküle gebunden wird. Selbst dieses Radiometall ist nach einem Monat komplett abgeklungen. In einem eigenen Raum werden alle Stoffe so lange gelagert, bis die radioaktive Strahlung auf ein Minimum abgesunken ist.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen zu einer kurzen Führung durch den radiopharmazeutischen Labortrakt. Hierbei wird der sächsische Umweltminister Tillich die Strahlenschutzgenehmigung zum Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen für die neuen Labore übergeben.

Zeitlicher Ablauf am 28. August 2007:
14.45 Uhr: Einchecken im Kontrollbereich 5 incl. Strahlenschutzbelehrung
15.00 Uhr: kurze Führung durch ausgewählte Labors mit Minister Tillich
15.20 Uhr: Übergabe der Strahlenschutzgenehmigung durch Minister Tillich, Fototermin, Beantwortung von Pressefragen

Ort: Forschungszentrum Dresden-Rossendorf, Institut für Radiopharmazie (Geb. 8a), Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden (OT Rossendorf)

Um Anmeldung per Email, Fax oder Telefon wird gebeten bei:
Annette Weißíg
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 0351 260 - 3688, Fax: 0351 260 - 2700
a.weissig@hzdr.de, http://www.fzd.de

Weitere Informationen:
Dr. Hans-Jürgen Pietzsch
Institut für Radiopharmazie
Tel.: 0351 260 - 2706

Pressekontakt:

Dr. Christine Bohnet
Tel.: 0351 260 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 2700
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