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Pressemitteilung vom 19. Januar 2023

Vision: Radiopharmaceutical Valley

Staatsministerin Petra Köpping und Staatsminister Martin Dulig besuchen Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung im HZDR

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) beschäftigt sich gemeinsam mit leistungsstarken Partnern und Pharmaunternehmen der Region erfolgreich mit der Entwicklung, Herstellung und Anwendung von Radiopharmaka – mit Radionukliden markierte Arzneimittel für die nuklearmedizinische diagnostische und therapeutische Anwendung. Dazu informierten sich die Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping, und der Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, am 19. Januar 2023 am Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung (ZRT) des HZDR.  Während eines Laborrundgangs sowie beim Besuch des Radiopharmaka-Herstellers ROTOP Pharmaka GmbH und in Gesprächen mit Wissenschaftler*innen und Industriepartnern erhielten sie einen Einblick in die Leistungsstärke des Netzwerkes und zeigten sich beeindruckt vom Zusammenspiel wissenschaftlicher, klinischer und unternehmerischer Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Radiopharmaka.

Foto: Staatsministerin Petra Köpping und Staatsminister Martin Dulig informieren sich Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung im HZDR (v.l.n.r.: Prof. Sebastian M. Schmidt, StMin Petra Köpping, StM Martin Dulig, Prof. Klaus Kopka) ©Copyright: SMWA

Staatsministerin Petra Köpping und Staatsminister Martin Dulig informieren sich am Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung im HZDR (v.l.n.r.: Prof. Sebastian M. Schmidt, StMin Petra Köpping, StM Martin Dulig, Prof. Klaus Kopka)

Bild: SMWA

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„Die Gesundheitswirtschaft in Sachsen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor“, fasste Staatsministerin Petra Köpping zusammen. „Aber sie ist noch viel mehr: Sie ist hochinnovativ und für das Wohl der Patientinnen und Patienten in unserer älter werdenden Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Was auch mit der Unterstützung der Staatsregierung im Raum Dresden/Radeberg erreicht wurde, nötigt hohen Respekt ab und lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken. Mein Haus wird diese Entwicklungen auch weiterhin eng und wohlwollend begleiten.“ 

Staatsminister Martin Dulig ergänzte: „In Sachsens Gesundheitswirtschaft arbeiten inzwischen über 330 Unternehmen und Forschungsinstitute mit gut 15.500 Beschäftigten an innovativen Lösungen. Auf den hohen Bedarf an Radiopharmaka hat der Freistaat frühzeitig reagiert. Sächsische Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kliniken sind hervorragend interdisziplinär verknüpft. Das HZDR wirkt wie ein Nukleus, um den sich die Expertise für schwach radioaktive Medikamente bildet und vermehrt. Die Exportchancen für diese Arzneimittel sind sehr gut. Weil die Halbwertszeiten der verwendeten Isotope recht kurz sind, spielt uns hier unsere hochmoderne Logistikinfrastruktur in die Hände. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein wichtiger Standortfaktor und garantiert einen schnellen Weitertransport der Medikamente.“

Einzigartige Infrastruktur

Das HZDR-Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung mit seinem Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung (ZRT) umfasst acht Abteilungen und gilt als Institut mit einzigartiger Infrastruktur: sämtliche Schritte von der Produktion der Radionuklide am Zyklotron, über Design und Entwicklung neuer Radiopharmaka, der nachfolgenden präklinischen radiopharmakologischen Bewertung an Zellen (in vitro) und am Kleintier (in vivo), bis zur behördlich überwachten Produktion von Radiopharmaka unter GMP-Bedingungen und der Translation in die Klinik für die Humananwendung sind hier unter einem Dach vereint. 

Der Wissenschaftliche Direktor des HZDR Prof. Sebastian M. Schmidt unterstrich, dass das Thema Gesundheit neben Materie und Energie einer der drei Forschungsbereiche ist, in denen sich das Zentrum den Herausforderungen unserer Zeit stellt: „Speziell auf dem Gebiet der Radiopharmazeutischen Onkologie sehen wir großes Potential, um von der Grundlagenforschung bis zur medizinischen Anwendung für die Behandlung von Krebs neue Perspektiven zu eröffnen. Das ist für die Patientinnen und Patienten ebenso wichtig wie für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Sachsen.“

Radiopharmaka im Kampf gegen Krebs

Wenn gegen einen Tumor die bekannten Therapien wie Chemotherapie, Operation und Bestrahlung von außen nicht helfen, kommen in der modernen Medizin sogenannte Radiopharmaka zum Einsatz. Diese radioaktiven Arzneimittel spüren Krebszellen nicht nur auf, sie ermöglichen auch ein zielgerichtetes Bestrahlen von innen, das den Tumor zerstört. Die HZDR-Wissenschaftler*innen am Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung entwickeln radiomarkierte Substanzen sowohl für die Krebsdiagnostik als auch für eine systemische Radioligandentherapie.

Ein Forschungsprojekt am Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung beschäftigt sich mit zielgerichteten Immuntherapien gegen Krebs. Ziel ist es, das Immunsystem zum Erkennen und Bekämpfen der Krebszellen anzuregen, um sie dann im weiteren Verlauf zielgerichtet zu zerstören. Dabei helfen Immunzellen, die mit Hilfe eines speziellen Bindeglieds zwischengeschaltet werden. Durch die Erforschung radioaktiver Substanzen soll die radiopharmazeutische Krebsforschung um die immunologischen Werkzeuge erweitert werden. 

Immer weiter verbreitet sich die Erkenntnis, dass jede Krebserkrankung individuell unterschiedlich ist und deshalb auch individuell behandelt werden muss. Deshalb stehen auch maßgeschneiderte Radionuklidtherapeutika für individuelle Krebstherapien im Focus der Forschung. 

Außerdem produziert das Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung in seinem Neubau, dem ZRT, selbst Radiopharmaka für die eigene Forschung aber auch für die Spezialdiagnostik von Patient*innen in der Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Dresden. Eng damit verbunden ist die Forschung zu verbesserten Algorithmen für die Auswertung tomographischer Daten. Diese betreffen u. a. die Bewegungskorrektur der Patient*innen und die Bildrekonstruktion.

Radiopharmaceutical Valley

Prof. Klaus Kopka, Direktor am Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung, verwies im Gespräch auf das Potential der engen Vernetzung des ZRT mit nationalen und internationalen Partnern aus der Hochschulmedizin, außeruniversitären Einrichtungen sowie der Industrie: „Aus meiner Sicht bietet sich dem Wissenschaftsstandort Sachsen die einmalige Chance, die heute hervorragend aufgestellten Strukturen zu einem international agierendem Radiopharmaceutical Valley im Freistaat auszubauen.“

Wissenschaft und Industrie handeln hier Hand in Hand. Gemeinsam wollen die Partner einerseits hoch effektive Radiopharmaka für neue diagnostische und therapeutische Anwendungsfelder entwickeln und andererseits die Herstellungsverfahren für Radionuklide verbessern und ausbauen sowie neue Radionuklide für Radiopharmaka nutzbar machen.

Durch langjährige Kooperationen aller Partner können am Standort Dresden alle Schritte der Wertschöpfungskette abgedeckt werden: von der angewandten Grundlagenforschung über die medizinische, biochemische und physikalische Entwicklung bis hin zur Produktentwicklung und Vermarktung.

An dem Austausch mit den beiden Ministern nahmen seitens der Industrie ABX advanced biochemical compounds GmbH, ABX-CRO advanced pharmaceutical services Forschungsgesellschaft mbH, CUP Laboratorien Dr. Freitag GmbH, Isotope Technologies Dresden GmbH, MDG-Molecular Diagnostics Group GmbH und ROTOP Pharmaka Gmbh teil.

Eindrücke vom Besuch finden Sie in der Bildergalerie.


Weitere Informationen:

Klaus Kopka I Professor für Bioanorganische und Radiopharmazeutische Chemie
Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung
Tel.: +49 351 260 3223 I E-Mail: k.kopka@hzdr.de

Medienkontakt:

Simon Schmitt | HZDR Leitung und Pressesprecher
Abteilung Kommunikation und Medien am HZDR
Tel.: +49 351 260 3400 | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de