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Nachricht vom 9. Februar 2024

„Ich will die nächste Generation mit meiner Begeisterung anstecken“

Fünf Fragen an Stefanie Sonntag, Technikerin und Ausbilderin für Physiklaborant*innen am HZDR

Ohne Stefanie Sonntag läuft in der Experimentierhalle buchstäblich nichts: Am Institut für Fluiddynamik des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) arbeitet die 30-Jährige als Technikerin und sorgt dafür, dass die anspruchsvollen Forschungsgeräte einwandfrei funktionieren, mit denen Wissenschaftler*innen energieeffiziente Verfahren für die Industrie entwickeln. Aber nicht nur das: Sie verantwortet in ihrer Abteilung außerdem die elektrische Sicherheit und kümmert sich um die Ausbildung neuer Fachkräfte. Wie sie in ihrem vielseitigen Beruf gelandet ist und warum sie ihre Sturheit zur persönlichen Superkraft auserkoren hat, erzählt Stefanie Sonntag in Teil eins einer Serie über HZDR-Mitarbeiterinnen in Forschungsberufen anlässlich des Internationalen Tags der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar.


Foto: Stefanie Sonntag ©Copyright: HZDR / T. Bayer

Stefanie Sonntag ist Mitarbeiterin in der Abteilung Magnetohydrodynamik am Institut für Fluiddynamik des HZDR. Nach dem Abitur absolvierte sie am HZDR von 2013 bis 2017 ihre Ausbildung zur Physiklaborantin und entdeckte dabei ihre Freude am Berufsfeld der Technikerin. Im Anschluss an eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Elektrotechnikerin fand sie eine feste Anstellung am Zentrum.

Bild: HZDR

Was ist für dich das Besondere an deinem Beruf? Was begeistert dich daran?

Ich liebe die Abwechslung in meinem Beruf. Es gibt theoretische Arbeiten, organisatorische Dinge, aber auch praktische Tätigkeiten, die vom Bauen der Experimente in der Werkstatt bis zum Messen von Signalen mit sensibelster Messtechnik reichen. Manche dieser Aufgaben kann ich allein bewältigen, für andere arbeite ich mit Kolleginnen und Kollegen im Team zusammen. Es ist nie alles gleich und ich habe jeden Tag das Gefühl, mich wieder ein Stück weiterentwickelt oder etwas Neues gelernt zu haben.

Was war dein Entscheidungsmoment für die Wissenschaft?

Für mich gab es nie den einen Moment. Beim Vorstellungsgespräch für die Ausbildung ging alles sehr schnell. Nach dem Eignungstest wurde ich spontan für ein Bewerbungsgespräch hierbehalten und bin noch am selben Tag mit meinem Ausbildungsvertrag aus dem HZDR spaziert. Die ganze Energie, meine Motivation, und das gute erste Gefühl waren für mich das Entscheidende, am Zentrum anzufangen. Und je länger ich hier war, desto mehr gefiel mir alles. Die Vielfalt der Wissenschaft zum Beispiel, anstelle der immer wiederkehrenden Aufgaben, die man oft in der Industrie erlebt. Was mich außerdem überzeugt hat, war die Förderung fürs lebenslange Lernen. Jeder Weiterbildungswunsch wird am HZDR gern gesehen und unterstützt.

Wer oder was hat dich in deiner Karriere besonders gefördert?

Einen Wer kann ich nicht direkt nennen, aber ein Was: Meine Sturheit. Viele denken, stur zu sein, ist ein schlechter Charakterzug. Ich habe mir diese vermeintliche Schwäche zur Stärke auserkoren. Zu Beginn meines beruflichen Werdegangs gab es nicht nur eine Stimme, die behauptete, ich könne dies oder das nicht, weil ich eine Frau bin. Dank meiner Sturheit habe ich daraufhin härter gearbeitet, auch an mir selbst, um diese Aussagen als das darzustellen, was sie sind: Vorurteile. Und viele Leute überzeugt man dann besser mit Tatsachen statt mit Worten.

Was ist deiner Meinung nach nötig, um mehr junge Frauen für die Wissenschaft zu begeistern?

Meiner Meinung nach muss man junge Frauen besser motivieren, diesen Schritt zu gehen. Wenn ich für das HZDR auf Karrieremessen bin, fällt mir auf, dass manche Mädchen sich gar nicht trauen, sich für uns zu interessieren und uns anzusprechen. Gehe ich dann als Frau auf sie zu, wird mir häufig gesagt, dass ihnen einfach der Mut gefehlt hat. Ich denke, dass man an genau diesem Punkt ansetzen und diese Hemmschwelle abbauen muss. Dafür braucht es Frauen, die zeigen, dass es für sie kein Problem ist, genau das zu tun: Ein Teil der Wissenschaft zu sein und in ihr wichtige Arbeit zu leisten, weder besser noch schlechter gestellt als die männlichen Kollegen.

Welche Ziele oder Wünsche hast du für die Zukunft?

Neben einigen persönlichen Zielen ist mein Wunsch auf alle Fälle das Ankommen und Hineinwachsen in meine neue Rolle als Ausbilderin. Ich will die nächste Generation mit meiner Begeisterung für Wissenschaft und Technik anstecken. Bei den Schülerpraktikantinnen und -praktikanten, die ich bisher betreut habe, hat das schon gut geklappt und jetzt sind die heranwachsenden Fachkräfte an der Reihe. Ich wünsche mir, dass sie Arbeit nicht als nötiges Elend, sondern als Möglichkeit zur Entfaltung sehen. Außerdem ist mein Ziel, mich als Technikerin und Elektrofachkraft weiterzubilden und immer besser darin zu werden.


Weitere Informationen über die Physiklaborant*innen-Ausbildung am HZDR und andere aktuelle Ausbildungsangebote gibt es auf unseren Karriereseiten: www.hzdr.de/ausbildung