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"Charta der Vielfalt"

Das HZDR ist der "Charta der Vielfalt" beigetreten, einer Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Die Bundesregierung unterstützt diese Initiative und die Bundeskanzlerin ist Schirmherrin der Charta.

Laserlicht im tiefen Infrarot

Freie-Elektronen-Laser (FEL) sind groß und teuer, dafür liefern sie einzigartiges Licht für Forschung und Entwicklung. Gestern ging im Forschungszentrum Rossendorf am Freie-Elektronen-Laser ein zweiter Undulator erfolgreich in Betrieb, der damit Laserlicht bis in den schwer zugänglichen Bereich des tiefen Infrarots produzieren kann. Ein Undulator ist das Herzstück eines Freie-Elektronen-Lasers, denn er wandelt durch eine spezielle Magnetanordung die Energie der hochenergetischen Elektronen in intensives Laserlicht um.

Der Dresdner FEL deckt nun insgesamt den für uns Menschen nicht sichtbaren Bereich von 3 bis 150 Mikrometer Wellenlänge ab. Dabei ist eine der Stärken aller Freie-Elektronen-Laser, dass die Wellenlänge, also quasi die Farbe des Lichts, frei eingestellt werden kann. Besonderes Interesse haben die FZR-Wissenschaftler am Bereich des tiefen Infrarotlichts, das im Übergangsbereich zwischen Mikrowellen und Infrarot liegt und auch Terahertz-Strahlung genannt wird. An der Erzeugung und Anwendung dieser Strahlung z.B. für die medizinische Diagnostik wird zur Zeit weltweit intensiv geforscht. Während für praktische Anwendungen letztendlich billige, kompakte Quellen nötig sind, braucht man zur Grundlagenforschung auch intensive Quellen – und derzeit gibt es keine anderen starken Terahertz-Strahlungsquellen als die großen und teuren Freie-Elektronen-Laser. Im FZR wird die Terahertz-Strahlung insbesondere eingesetzt, um das dynamische Verhalten von Elektronen in Halbleitermaterialien zu untersuchen und besser zu verstehen. Ein derartiges Verständnis ist wichtig zur Entwicklung von in Zukunft noch schnelleren elektronischen Bauelementen und damit Computern. Der FEL im Forschungszentrum Rossendorf wird übrigens von der EU als Nutzereinrichtung gefördert.

Konferenz über Freie-Elektronen-Laser (FEL 2006) vom 27.8. - 1.9.2006

200 Laser-Experten aus aller Welt erhalten bereits am 30. August die Chance, die neue Lichtquelle im FZR zu besichtigen. Sie sind Teilnehmer der Konferenz FEL 2006, die vom 27. August bis zum 1. September in Berlin stattfindet. Organisatoren der 28. internationalen FEL-Konferenz sind die Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung mbH, kurz BESSY, und das Forschungszentrum Rossendorf (FZD).

BESSY wird einen Freie-Elektronen-Laser für den weichen Röntgenbereich aufbauen, das Forschungszentrum Rossendorf betreibt den Laser mit zunächst nur einem Undulator bereits seit gut zwei Jahren und ist damit fest in der internationalen FEL-Gemeinde verankert. Das war einer der Gründe, warum die FEL-Konferenz 2006 von beiden Forschungs¬einrichtungen gemeinsam in Berlin ausgetragen wird. Die mehr als 300 Teilnehmer kommen vor allem aus den USA, Europa, Japan und China. Das Spektrum der Vorträge umfasst wissenschaftliche, technologische und Nutzungsaspekte von Freie-Elektronen-Laser. Das Experteninteresse gilt dabei den großen, ehrgeizigen Projekten wie etwa dem XFEL von DESY in Hamburg und den kleinen Maschinen wie dem Freie-Elektronen-Laser im FZD.

Am 30. August besichtigen 200 Konferenz-Teilnehmer den FEL im Forschungszentrum Rossendorf in Dresden. Interessierte Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Führung am 30.08. um 11.00 Uhr im Forschungszentrum Rossendorf teilzunehmen. Um Anmeldung bei Frau Weißig, Tel. 0351 260 - 3688 bzw. Email wird gebeten.

Weitere Informationen:
Dr. Peter Michel
Leiter der Zentralabteilung Strahlungsquelle ELBE

Tel.: 0351 260 - 3259

Pressemitteilung vom 22.08.2006, FEL-II geht in Betrieb
Konstruktionszeichnung des FEL-II an der Strahlungsquelle ELBE im FZR
Freie-Elektronen-Laser

FEL-Blitz

Auf dem Bild oben sieht man den FEL in der 1. Ausbaustufe, also mit dem Undulator für das mittlere Infrarot. Auf dem unteren Bild ist die Struktur des Undulators zu erkennen. Der künstliche Lichtfleck verdeutlicht den Laserblitz.

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Tel.: 0351 260 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 2700