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Freisetzung von abgereichertem Uran aus Munition

In einer bisher einmaligen Langzeitstudie haben Wissenschaftler vom GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Kooperation mit dem Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) untersucht, was mit panzerbrechender Uranmunition passiert, die lange im Boden lagert und damit Verwitterungs- und Auswaschungsprozessen ausgesetzt ist. Die Ergebnisse zeigen, dass die Munition schnell zersetzt wird und Uranverbindungen in das Grundwasser gelangen können.

Part of a DU penetrator after corroding for three years
Sichtbar korrodiert: panzerbrechende Munition nach 3 Jahren
Um den Verwitterungsprozess genau zu untersuchen, wurden Bodenverhältnisse im Labor simuliert. Versuchsröhren wurden mit verschiedenen Böden gefüllt und Uranmunition darin vergraben. Insgesamt wurden 6 Versuchssäulen in 3 Jahren unter kontrollierten Bedingungen vermessen. Das Fazit: Bei der Verwitterung der Uranmunition entstehen Uranminerale, z. B. Sabugalit, in denen das giftige Uran fest gebunden ist. Dieser Prozess geht verhältnismäßig schnell vonstatten. Nach Schätzungen der Forscher könnte sich ein Projektil schon innerhalb von 50 Jahren komplett in Sabugalit umgebildet haben. Doch damit nicht genug: In der Folge entstehen wasserlösliche Uranverbindungen, die in Sickerwasser gelangen und damit Grundwasser, Böden und Pflanzen bedrohen.