Pro Beruf und Familie

Für Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat das FZD das Grundzertifikat der berufundfamilie gGmbH, einem Tochterunternehmen der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, erhalten. Zuvor hatte sich das FZD erfolgreich einem Auditierungsverfahren unterzogen.

 

Welche Aspekte familienfreundlicher Politik werden dem FZD genau bescheinigt? Und wie geht es jetzt weiter? FZD intern sprach mit Andrea Runow, Leiterin der Zentralabteilung Verwaltung.

 

Dr. Ursula von der Leyen und Andrea Runow

Am 30. Juni 2008 nahm Verwaltungsleiterin Andrea Runow für das FZD von Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen das Zertifikat der berufundfamilie gGmbH entgegen. (Foto: Sven Lambert/Hertie-Stiftung)

Frau Runow, wer bekommt das Zertifikat? Welche Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden dem FZD damit bescheinigt?

Zunächst freue ich mich einmal sehr darüber, dass mein Vorschlag zur Auditierung vom Vorstand des FZD so vorbehaltlos aufgenommen wurde. Um das Zertifikat kann sich jede Firma, jede öffentlich finanzierte Einrichtung bewerben. Die Auditierung erfasst im Rahmen des audit berufundfamilie® den aktuellen Stand der bereits angebotenen Maßnahmen zur besseren Balance von Berufstätigkeit und Familie und ermittelt anhand eines Leitfadens das unternehmensspezifische Entwicklungspotenzial in acht relevanten Handlungsfeldern.Dies betrifft die Arbeitszeit, die Arbeitsorganisation, den Arbeitsort, die Informations- und Kommunikationspolitik, die Führungskompetenz, die Personalentwicklung, Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen sowie den Service für Familien. Das FZD hat auf sechs dieser acht Felder konkrete Maßnahmen bzw. Erfolge vorzuweisen.

Wo gibt es im Moment Ihrer Meinung nach Defizite bei der Familienfreundlichkeit? Was könnte besser sein?

Das eine ist die Verbesserung des Informationsflusses: nach meinem Eindruck wissen noch nicht alle MitarbeiterInnen, welche Maßnahmen im FZD möglich sind. Dies liegt u. a. auch daran, dass viele Themen in den Instituten direkt geklärt werden und nicht jeder Leiter immer genau weiß, wie weit er mit Zusagen oder Zugeständnissen gehen kann. So hat z. B. der Vorstand entschieden, dass projektfinanzierte Doktorandinnen ihre Elternzeitunterbrechung nicht angerechnet bekommen, auch wenn die Finanzierungsquelle (das jeweilige Projekt) weggefallen ist. Der Vorstand finanziert aus einem eigens dafür eingerichteten Budget die Fortsetzung des Vertrages bis zum Abschluss der Promotion.

Manche Beschränkungen ergeben sich aus unserer Zuordnung zum öffentlichen Bereich; insbesondere, was unsere Unterstützungsmöglichkeit bei geldwerten Leistungen betrifft. Gleichwohl sind die Kinderbetreuungsangebote in Eschdorf und zukünftig auch in Weissig sowie die Notfallbetreuung (d.h. die Betreuung über die üblichen Öffnungszeiten bei besonderen Umständen hinaus) Beispiele dafür, dass sich das FZD im Rahmen seiner Möglichkeiten stark engagiert. Was mir wichtig ist: die Maßnahmen kommen im Wesentlichen direkt vom Zentrum und sind damit proaktiv.

Von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie profitieren zunächst die Arbeitnehmer. Was verspricht sich der Arbeitgeber, also das FZD als öffentliche Einrichtung davon?

Das FZD befindet sich schon lange im Wettbewerb um die besten Köpfe. In dieser Konkurrenz besteht auf Dauer nur, wer mehr tut als er muss. Dazu gehört, dass man bei den sogenannten weichen Kriterien ebenfalls Angebote machen kann. Bei der Bezahlung haben wir enge Rahmenbedingungen, also müssen wir auch andere Möglichkeiten nutzen.

Das FZD hat zunächst ein Grundzertifikat erhalten. Wie geht es weiter? Wie wird die Weiterentwicklung des FZD hinsichtlich einer familienbewussten Personalpolitik überprüft?

Im Auditierungsverfahren wurden auch Meinungsbilder von Mitarbeitern eingeholt, die zeigten, wo noch Handlungsbedarf besteht. Diese werden wir jetzt im Rahmen unserer Möglichkeiten angehen. In drei Jahren stehen wir erneut auf dem Prüfstand und müssen Bilanz ziehen über das, was wir uns vorgenommen und erreicht haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch in drei Jahren im Auditierungsverfahren positiv abschneiden werden.

Wer implementiert die Maßnahmen am FZD?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine Führungsaufgabe, in die sich neben dem Vorstand alle Führungskräfte des FZD einbringen müssen. Es gehört zum Arbeitsalltag, bei der Festsetzung von Abteilungsberatungen, Kolloquien etc. daran zu denken, dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Familienpflichten haben. Insofern ist jede Führungskraft an der Umsetzung beteiligt. Administrativ stehe auch ich als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 
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